Der Bürgermeister von Manchester und aussichtsreiche Rivale des britischen Premiers Keir Starmer, Andy Burnham, hat den Wahlkampf für eine für ihn entscheidende Nachwahl in seinem Wahlkreis begonnen.
"Die Politik in diesem Land, die britische Politik ist erschöpft. Sie braucht ein neues Drehbuch", sagte Burnham am Freitag im Wahlkreis Makerfield in der Nähe von Manchester. Der Labour-Politiker versprach Veränderung: "Ich weiß, dass sich meine eigene Partei ändern muss."
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Wir müssen es besser machen als bisher", sagte Burnham mit einem Seitenhieb auf Starmer. Burnham, der dem linken Flügel von Labour angehört, ist derzeit der beliebteste britische Politiker über alle Parteigrenzen hinweg. Bevor er Bürgermeister der Metropolregion Manchester wurde, war er von 2001 bis 2017 Abgeordneter und zeitweilig auch Minister.
Nachwahl am 18, Juni könnte Burnham Wiedereinstieg in nationale Politik ermöglichen
Eine Nachwahl am 18. Juni könnte ihm die Eroberung eines Parlamentsmandats und so den Wiedereinstieg in die nationale Politik ermöglichen. Nur als Abgeordneter kann er für die Nachfolge Starmers kandidieren. Zuvor war der Labour-Abgeordnete Josh Simons zurückgetreten, um Burnham einen Weg zurück ins Unterhaus zu ebnen.
Dafür muss sich Burnham gegen den Kandidaten der einwanderungskritischen Partei Reform UK, Robert Kenyon, durchsetzen. Simons war bei der Parlamentswahl 2024 mit rund 45 Prozent der Stimmen gewählt worden, während der Reform UK-Kandidat Kenyon 32 Prozent der Stimmen erhielt. Bei den Kommunalwahlen Anfang Mai gewann Reform UK jedoch die Wahl im Wahlkreis Makerfield.
Benötigt die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten
Burnham selbst wollte am Freitag nicht sagen, ob er im Fall eines Erfolgs bei der Nachwahl für die Nachfolge von Starmer kandidieren werde. Sollte er es ins Parlament schaffen, benötigt Burnham die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten für eine Kandidatur.
Starmer, der im Juli 2024 sein Amt angetreten hatte, ist unbeliebt und steht auch innerhalb seiner Partei seit Monaten in der Kritik - vor allem seit der krachenden Labour-Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen Anfang Mai. Seitdem sieht sich Starmer mit Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen konfrontiert. Der Regierungschef schließt einen Rückzug aber bisher aus.