3. Prozesstag

Swift-Attentäter trug gleiche Uhr wie Osama bin Laden!

Ein entlarvendes Detail kam beim Prozess gegen Beran E. und Konsorten zu Tage: Der Angeklagte trug bei seiner Verhaftung die gleiche Uhr wie Osama bin Laden - was er natürlich nicht wusste, wie er versichert. Ebenso rein zufällig: Erst am Montag stellte er einen Antrag, sie wieder zu bekommen.


NÖ. Mit ersten Zeugeneinvernahmen fortgesetzt wurde am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt der Prozess gegen Beran A. wegen eines mutmaßlich verhinderten Terroranschlags auf ein Taylor Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Ein Bekannter des Erstangeklagten Beran A. schilderte, dass der damals 19-Jährige in den Wochen vor den geplanten Konzerten stark radikalisiert gewesen sei und den Zeugen mehrfach ersuchte, ihm Waffen zu besorgen.

Im Frühsommer 2024 sei Beran A. bereits radikal gewesen. Im Juli, zwei Monate vor den geplanten Konzerten, habe er offen mit dem Islamischen Staat (IS) sympathisiert. Bereits im Februar habe er sich bei dem Zeugen nach einer "scharfen" Waffe erkundigt. "Er hat gemeint zur Selbstverteidigung, aber das hab ich ihm eh nicht geglaubt." Als Beran A. ihn später bat, ihn mit dem Auto nach Wien zu bringen, hätte er "ein ungutes Gefühl" gehabt. Er entgegnete ihm damals: "Solange das kein Amoklauf ist, ist alles ok."

Beran A.
© zVg

"Willst du eine Bombe basteln?"

Am Tag bevor er verhaftet wurde, habe sich Beran A. bei ihm nach bestimmten Batterien erkundigt. Daraufhin habe er ihn gefragt: "Willst du eine Bombe basteln, oder wofür brauchst du Batterien?", woraufhin der Angeklagte nach einem Zögern mit seinem Fernseher argumentierte. "An dem Tag habe ich überlegt, zur Polizei zu gehen. Am nächsten stand schon der Verfassungsschutz vor meiner Tür und hat mich abgeholt."

Einen weiteren Zeugen hatte Beran A. gefragt, wo er eine Zündschnur erwerben könne. "Auf Amazon", habe dieser ihm entgegnet. Geladen war auch ein Mann aus einer niederösterreichischen Moschee, die Beran A. frequentierte. Aus seiner eigenen Haltung machte dieser Salafist keinen Hehl: "Ich gebe Frauen nicht die Hand. Aus Hochachtung vor den Frauen. Ich höre keine Musik, das ist verboten." Er sei für ein Kalifat und nannte die Scharia vor dem Kadi "das beste Gesetz der Welt". 

Thema war heute auch die Uhr, die der Angeklagte bei seiner Verhaftung trug. Eine Digitaluhr, dasselbe Modell, das auch Osama Bin Laden trug. Dass dieses 20-Dollart-Casio für Zeitbomben stehe und vom wohl bekanntesten Islamisten der Geschichte getragen wurde, habe Beran A. aber erst nach seiner Verhaftung erfahren, beteuerte er. Am gestrigen Montag stellte er einen Antrag, die Uhr wieder zu bekommen. "Sie wissen aber schon, was für ein Bild das macht?", fragte ihn die Vorsitzende. "Ich brauche eine Uhr einfach. Ich hatte keine Absicht, dass ich jetzt den Osama Bin Laden nachmache oder eine Zeitbombe baue", versicherte er.

Urteil gegen Beran E. erfolgt erst Ende Mai

Da der letzte für Dienstag geladene Zeuge nicht erschien, nahm der Prozesstag schon zu Mittag ein jähes Ende. Er soll für den nächsten Prozesstag am Donnerstag polizeilich geladen werden. Ebenfalls für Donnerstag geplant ist die Zeugeneinvernahme von Luca K. und zahlreiche Verlesungen. Er galt zunächst als Komplize Beran A.s. Eine Beteiligung an den Anschlagsplänen konnte ihm nicht nachgewiesen werden, er wurde allerdings im vergangenen Juli wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Ein Urteil soll es am 28. Mai geben.

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