Im März brach Collien Fernandes ihr Schweigen – seither tobt ein öffentlicher Krieg um die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann. Wie es der Moderatorin nun geht und was sie sich wünscht.
Sie kämpft derzeit nicht nur gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) – sondern gegen eine Öffentlichkeit, die ihren Fall längst zu einem medialen Schlachtfeld gemacht hat. In einem aktuellen Interview mit dem deutschen Magazin „Stern“ spricht Collien Fernandes (44) nun so offen wie nie zuvor über die vergangenen Monate.
Stark finden viele, dass Collien Fernandes an die Öffentlichkeit ging.
Hasskommentare, Verhöhnung und Drohungen
„Gerade sehe ich wenig Licht“, sagt Fernandes im Gespräch. Ein Satz, der zeigt, wie sehr sie die Affäre, die sowohl medial, als auch auf Deutschlands Straßen für großes Aufsehen sorgte, inzwischen zermürbt hat. Seit Wochen wird über den Fall Ulmen-Fernandes öffentlich diskutiert: Die Moderatorin beschuldigt ihren Ex-Mann Ulmen, über Jahre hinweg Fake-Profile unter ihrem Namen betrieben und sexualisierte Inhalte verbreitet zu haben. Männer sollen intime Nachrichten erhalten haben – angeblich von ihr. Fernandes beschreibt das als systematische Demütigung und psychische Gewalt. Für Ulmen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Besonders bitter: Nicht nur die juristische Auseinandersetzung belastet die Mutter einer 13-jährigen Tochter, sondern auch die Reaktionen im Netz. Fernandes erzählt von Hasskommentaren, Verhöhnung und Drohungen. Auf Facebook hätten Nutzer sogar geschrieben, sie solle „den Küblböck machen“ – eine grausame Anspielung auf den DSDS-Sänger Daniel Küblböck, der einst auf einer Kreuzfahrt verschwand. „Ich weiß nicht, ob ich einer Frau heute sagen würde: Zeig ihn an!“, sagt sie jetzt sogar im „Stern“-Interview und unterstreicht damit die Tragik vieler Opfer, die nach einer Anzeige und einem Coming-out verhöhnt werden.
Ihr Exmann Christian Ulmen soll sexualisierte Deepfakes von seiner Frau verschickt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen.
"Was wäre das für ein Signal an meine Tochter...?"
Der zentrale Punkt der Debatte ist die Frage, ob tatsächlich KI-generierte Deepfakes verwendet wurden oder Videos realer Frauen, die Fernandes nur ähnlich sahen. Collien Fernandes hält diese Diskussion für eine Ablenkung vom eigentlichen Kern des Falls und spricht im „Stern“-Interview von einer „Nebelkerzen-Taktik“. Denn selbst wenn es keine technisch erzeugten Deepfakes gewesen seien, bleibe der Missbrauch ihrer Identität bestehen. Zudem habe sie es sich keineswegs leicht gemacht, Anzeige gegen den Vater ihres Kindes zu erstatten. „Aber was wäre das für ein Signal an meine Tochter gewesen, hätte ich es nicht getan?“
Mit diesem Foto wandte sich Collien Fernandes an ihre Follower:innen und rief dazu auf, sich zu wehren.
Was sich Collien nun wünscht...
Während Fernandes nun also gegen eine Täter-Opfer-Umkehr kämpft, laufen die Ermittlungen und mehrere Gerichtsverfahren weiter. Sie selbst wünscht sich nur noch eines: „Dass schnell verhandelt wird. Und dass dieser ganze Horror endlich vorbei ist.“ Ob Fernandes ihren Schritt an die Öffentlichkeit bereut, verneint die 44-Jährige – auch im Sinne ihrer Tochter, der sie, wie allen Frauen, mit auf den Weg geben möchte: Schweigen darf niemals die einzige Option sein.