Obwohl Tennis-Legende Boris Becker in London mit dem renommierten „International Sports Book of the Year Award” ausgezeichnet wurde, verhinderte seine juristische Vergangenheit einen persönlichen Auftritt, weshalb Ehefrau Lilian die Trophäe für ihn entgegennehmen musste.
Großer Erfolg auf britischem Boden für Boris Becker (58), der sich jedoch mit einem bittersüßen Beigeschmack präsentiert. Der einstige Tennis-Weltstar wurde in London mit dem begehrten „International Sports Book of the Year Award” gewürdigt. Wer allerdings mit einem glamourösen Auftritt des dreifachen Wimbledon-Siegers auf dem roten Teppich der Themse-Metropole gerechnet hatte, wurde enttäuscht: Becker glänzte bei der feierlichen Verleihung im Cricket-Stadion The Oval durch Abwesenheit. An seiner Stelle nahm seine Ehefrau Lilian de Carvalho Monteiro (36) die Trophäe sichtlich stolz entgegen. Der ungemütliche Hintergrund der Reise-Abstinenz: Beckers frühere strafrechtliche Verurteilung wegen Insolvenzdelikten in Großbritannien, die eine persönliche Teilnahme verhinderte.
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Ausgezeichnet wurde der 58-Jährige im Rahmen der „Sports Book Awards“ für sein autobiografisches Werk „Inside“. Via Instagram reagierte der einstige Ausnahmesportler überwältigt auf das Urteil der Jury: „Wow... Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.“
Lilian nahm den Preis für Boris Becker entgegen.
In seinem emotionalen Posting rekapitulierte Becker auch die permanente mediale Dauerbeobachtung, der er seit Jahrzehnten ausgesetzt ist: „Zuerst als Tennisspieler, später dann als Mensch. Manchmal fair, manchmal unfair, aber immer öffentlich.“ Das prämierte Buch versteht er als persönliche Gegendarstellung – es sei das erste Mal, dass er seine eigene Geschichte in seinen eigenen Worten ungeschminkt erzählt habe.
Ein Plädoyer für die menschliche Demut
Besonders die Reaktionen des Publikums der vergangenen Monate haben den einstigen Champion nachhaltig bewegt. „Was mich im letzten Jahr am meisten berührt hat, waren die Rückmeldungen von Lesern aus aller Welt, die sich auf menschlicher Ebene damit identifizieren konnten“, reflektiert Becker dankbar. Es gehe dabei längst nicht mehr primär um den weißen Sport, „sondern weil das Leben uns alle irgendwann einmal demütigen kann.“
Die Ehrung in der britischen Hauptstadt, die er trotz hochkarätiger und starker Konkurrenz erringen konnte, besitzt für Becker einen enormen Stellenwert. Dieser Erfolg bedeute ihm „ehrlich gesagt mehr, als ich in Worte fassen kann.“ Neben einem generellen Dankeschön an seine treue Leserschaft richtete der Autor eine ganz besondere Botschaft an seine engsten Vertrauten: „Ein besonderer Dank geht an meine Frau Lilian, die den Preis in meinem Namen im The Oval entgegennahm, und an meine Familie, die mir durch alles hindurch zur Seite stand. Ich bin sehr dankbar.“ Während Lilian in London seine Dankesworte verlas, verbleibt für Becker das schriftliche Zeugnis einer Bewältigung.
Respekt vor einer Legende
In „Inside“ setzt sich Becker intensiv mit seiner monatelangen Inhaftierung in zwei britischen Justizanstalten auseinander. Im April 2022 war er wegen Insolvenzstraftaten zu einer unbedingten Haftstrafe von 30 Monaten verurteilt worden, wovon er rund sieben Monate hinter den Gittern der berüchtigten Gefängnisse Wandsworth und Huntercombe verbrachte. Das Werk beleuchtet diese düstere Phase der Isolation, schildert jedoch auch neue, unerwartete Freundschaften im Gefängnisalltag und fungiert als retrospektiver Blick auf ein ereignisreiches Leben und eine beispiellose Tenniskarriere.