Für Schauspieler Harald Krassnitzer ist das Thema Demenz nicht nur Teil einer Filmrolle, sondern schmerzhafte Realität gewesen. Er verlor im Februar seine 96-jährige Mutter, die an der Krankheit litt. Jetzt spricht der Schauspieler offen darüber, ob er Angst hat, selbst einmal betroffen zu sein.
Ausgerechnet in seinem neuen Kinofilm „Der verlorene Mann“ spielt Krassnitzer einen Mann mit Alzheimer, der sich nicht mehr an zentrale Ereignisse seines Lebens erinnern kann. Privat hatte der Schauspieler ähnliche Erfahrungen bereits gemacht: Seine Mutter erkannte ihn in ihren letzten Jahren zeitweise nicht mehr.
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Bewegende Momente mit seiner Mutter
Trotz der Krankheit habe es bis zuletzt besondere Augenblicke gegeben, erzählte Krassnitzer im Gespräch mit der Zeitschrift "Frau im Spiegel". Auch ohne Worte sei die Verbindung spürbar geblieben. „Jede Berührung, jeder Blick beim Händehalten sagte mir: ‚Vergiss nicht, ich bin deine Mutter‘“, sagte der Schauspieler dem Magazin. Manche Gefühle bräuchten keine Sprache.
Nach eigenen Angaben versuchte der 65-Jährige, seine Mutter während Drehpausen möglichst oft zu besuchen. Rückblickend beschreibt er die gemeinsame Zeit trotz der Krankheit als intensiv.
Angst vor Demenz?
Gedanken darüber, ob ihn selbst einmal ein ähnliches Schicksal treffen könnte, will sich Krassnitzer jedoch nicht zu sehr machen. Gegenüber "Frau im Spiegel" erklärte der Schauspieler: „Ich nehme das Leben, wie es ist. Über das Ende grüble ich nicht. Wichtig ist, was ich bis dahin tue.“ Ständig in Angst zu leben, sei für ihn keine Lösung. Statt sich mit Sorgen über die Zukunft zu beschäftigen, wolle er sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren.
Im Interview mit der Bild sprach Krassnitzer auch über ungewöhnliche Momente während der Krankheit seiner Mutter. Zeitweise habe sie ihn mit anderen Menschen verwechselt. „Mal war ich für sie mein eigener Vater, mal der Bruder oder der Hund“, erinnerte sich der Schauspieler. Irgendwann sei dann nur noch eine Rolle geblieben: „Und das durfte ich dann sein. Ihr Sohn.“
Trotz aller Belastungen habe die letzte Phase ihres Lebens auch Nähe geschaffen. Laut Krassnitzer wurde die Beziehung zu seiner Mutter in dieser Zeit sogar enger als jemals zuvor.