Blüten aus Asien

Die Königin des Frühsommers: So prachtvoll blühen Pfingstrosen jetzt auf

Üppig, elegant, edel: Pfingstrosen betören mit ihren Blüten und sind in ihrer Heimat Symbol für Schönheit und Reichtum.

Wenn sich im Mai die ersten Knospen der Pfingstrosen öffnen, beginnt eine Zeit stiller Erwartung im Garten – der Frühsommer ist spürbar nah. Noch wirken die kugeligen Blüten zurückhaltend, fast schüchtern, doch nach und nach entfalten sie ihre ganze Pracht. Üppig, duftend und von beinahe barocker Fülle prägen sie den Frühsommergarten wie kaum eine andere Staude.

Die Päonien, so der botanische Name, gehören nicht zu den Rosen-, sondern zu den Hahnenfußgewächsen. Mit ihren Namensvettern haben sie außer ihrer Beliebtheit nichts gemein. In ihrer Heimat China gelten sie seit Jahrhunderten als Symbol für Schönheit und Reichtum. Bei uns sind sie nicht heimisch; ihre Reise nach Europa begann erst im 19. Jahrhundert, als erste Sorten aus China in westliche Gärten gelangten.

Besonders „Paeonia lactiflora“, auch Chinesische Pfingstrose genannt, gilt bis heute als Grundlage vieler moderner Züchtungen. Ihre Vielfalt ist beeindruckend: Tausende Sorten in Weiß, zartem Rosé, kräftigem Karmin oder tiefem Dunkelrot, einfach oder dicht gefüllt. Manche verströmen intensiven Duft, andere glänzen mit Größe und Raffinesse ihrer Blüten. Wie bei den Rosen haben auch bei den Päonien ambitionierte Züchter berühmte Sorten hervorgebracht.

Pfingstrosen
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Zwei Arten

Botanisch werden zwei Gattungen unterschieden: Während sich die Staudenpfingstrose im Winter vollständig in den Boden zurückzieht, bleibt die Strauchpfingstrose präsent. Sie wirft im Herbst lediglich ihr Laub ab. Beide Formen eint jedoch ihre bemerkenswerte Langlebigkeit: Einmal gut eingewachsen, blühen sie über Generationen hinweg. Die Strauchpfingstrose zeigt sich gerne von ihrer spektakulären Seite. Mit Blüten, die Tellergröße erreichen können, und einem Wuchs, der an kleine Gehölze erinnert, wird sie schnell zum Blickfang. Sie wächst langsam, aber stetig und belohnt Geduld mit immer reicherer Blüte. Ein Rückschnitt ist kaum nötig – sie entwickelt ihre Form ganz von selbst.

Im Gegensatz dazu gilt die Staudenpfingstrose als unkomplizierte und verlässliche Dauerblüherin. Ihre Erscheinung mag etwas zurückhaltender sein, doch ihre Widerstandskraft und große Sortenvielfalt machen sie zu einer festen Größe im Garten. Zu ihr zählen auch die sogenannten „Bauern-Pfingstrosen“, klassische, besonders robuste Sorten, die mit ihren meist tiefroten, dicht gefüllten Blüten das Bild traditioneller Bauerngärten geprägt haben und bis heute eine gewisse Nostalgie ins Beet bringen.

Pfingstrosen
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Die richtige Pflege

Päonien lieben Licht, aber keine extreme Hitze. Ein sonniger bis leicht halbschattiger Platz ist ideal, ebenso ein durchlässiger, nährstoffreicher Boden. Entscheidend ist, dass sich keine Staunässe bildet. Pfingstrosen sind keine Schnellstarter. Oft brauchen sie einige Jahre, um ihre volle Blühkraft zu entfalten. Doch genau darin liegt ihr Reiz: Sie entwickeln sich langsam, aber stetig – und werden mit jedem Frühling eindrucksvoller.

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