Ein kühler und nasser Mai gilt in der Landwirtschaft seit jeher als gutes Omen.
Die alte Bauernregel verspricht, dass reichlich Regen in diesem Monat die Scheunen und Fässer der Betriebe füllt.
- Bauernregel: "Lacht zu Nepomuk die Sonne, ..."
- Bauernregel: "Die Kalte Sophie macht alles hie"
- Bauernregel: "Ist das Wetter am Bonifatius-Tag schön, ..."
Die traditionelle Landwirtschaft stützt sich seit Jahrhunderten auf Beobachtungen des Wetters. Eine der bekanntesten Weisheiten lautet: „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass.“ Das ungemütliche Wetter im Frühjahr entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als echter Segen für die von Dürre geplagte Natur.
Segen für die Ernte
Der Hintergrund dieser alten Regel ist einfach erklärt. Ein nasser Mai sorgt für die dringend benötigte Feuchtigkeit im Boden, bevor die heißen Sommermonate beginnen. Pflanzen und Nutzpflanzen können in dieser Phase tief anwurzeln und kräftig wachsen. Die Kälte bremst zudem das Wachstum von Schädlingen und verhindert, dass das Wasser im Boden zu schnell verdunstet. Für den Bauern bedeutet das am Ende reichlich Futter für die Tiere und eine ertragreiche Ernte, die die Scheunen füllt.
Volle Fässer durch Regen
Auch die Fässer werden laut der Wetterregel reichlich gefüllt. Das bezieht sich historisch nicht nur auf die Ernte von Obst und Trauben für die spätere Saft- oder Weinproduktion, sondern ganz allgemein auf die Wasservorräte. Wenn es im Mai ausgiebig regnet, erholen sich die Grundwasserspiegel, was für eine stabile Versorgung der Landwirtschaft im weiteren Verlauf des Jahres sorgt.
Das vermeintlich grausliche Wetter sichert somit die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe.