Fäkalien und Abfälle

Ekel-Wasser in Urlaubsregion schockt Touristen

16.05.2026

Kurz vor dem Start der Urlaubssaison sorgt eine brisante Entwicklung an Kroatiens Küste für Aufregung. In mehreren Adria-Häfen berichten Anwohner von braunem Wasser, üblem Geruch und sichtbarer Verschmutzung. 

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© X: @Morski_hr
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Kroatien zählt jedes Jahr Millionen Urlauber an seine Adriaküste, doch ausgerechnet vor der Hauptsaison wächst die Sorge um die Wasserqualität. Besonders in der Küstenstadt Makarska sorgten Aufnahmen von Bewohnern für Diskussionen. Auf Bildern und Videos war braun verfärbtes Wasser in Hafennähe zu sehen, begleitet von starkem Geruch.

Hintergrund dürften laufende Arbeiten am Entwässerungssystem sein, die zwischen dem 11. und 18. Mai stattfinden. Die örtlichen Wasserwerke betonten zwar, es gebe keine Gefahr für Einheimische oder Gäste, doch viele bleiben skeptisch.

„Dokumentierte Fälle von Fäkalien und schwimmenden Festabfällen […] mitten in den Hafenbecken deuten auf ein systemisches Versagen hin“, erklärt Seerechtsexperte Milo Miklaušić für das Portal Morski. 

Abwasser aus Booten als Problem

Mit der steigenden Zahl an Booten wächst laut Experten auch die Belastung für das Meer. Immer mehr Schiffe seien entlang der Küste unterwegs und nicht immer würden die geltenden Vorschriften eingehalten. Neben Treibstoff und Emissionen gelangen offenbar auch Abwässer aus Duschen und Toiletten ins Wasser.

Zwar müssen Boote ihre Tanks in speziellen Entsorgungsanlagen der Marinas entleeren, doch Kontrollen sollen nur unzureichend stattfinden. Fachleute kritisieren deshalb mangelnde Überwachung.

Bakterien-Warnung in Küstenregion

Makarska ist offenbar kein Einzelfall. Im rund 50 Kilometer entfernten Ploče wurden heuer erhöhte Werte des Darmkeims Escherichia coli festgestellt. Bereits im vergangenen Jahr beklagten Anwohner in Dubrovnik unangenehme Gerüche und Verunreinigungen im Meer.

Experten warnen, dass die sichtbaren Probleme an der Oberfläche womöglich nur ein Teil eines größeren Problems seien. Die Situation noch vor Beginn der Hochsaison könne auf Schwächen beim Schutz der Meeresumwelt hinweisen.

Nicht nur Badegäste könnten betroffen sein. Meeresbiologen warnen davor, dass ankernde Boote wichtige Seegrasflächen beschädigen. Diese gelten als Schutzraum für junge Fische und spielen eine wichtige Rolle für das Ökosystem. Zusätzlich belasten Müll und Mikroplastik zunehmend die Gewässer. Berichten zufolge gelangt zudem ein Teil kommunaler Abwässer aus Küstenorten ungeklärt ins Meer.

Experte fordert harte Maßnahmen

Mit Blick auf die bevorstehende Urlaubssaison wächst nun der Druck auf Behörden und Bootsbesitzer. Seerechtsexperte Miklaušić fordert strengere Regeln und deutlich mehr Kontrollen. Wer vom Meer profitiere, müsse auch Verantwortung übernehmen, lautet seine Botschaft.

Nach seiner Einschätzung sollten Boote verpflichtend ausreichend große, zertifizierte Fäkalientanks an Bord haben und diese ausschließlich an vorgesehenen Entsorgungsstellen leeren. Gleichzeitig brauche es mehr Aufklärung über richtige Entsorgung.

Auch positive Signale

Trotz der aktuellen Diskussionen gibt es laut Umweltministerium auch gute Nachrichten: Im vergangenen Jahr erhielten mehr als 91 Prozent der über 1.000 untersuchten Strände in Kroatien die Bestnote bei der Badegewässerqualität. Nur an wenigen Orten wurde eine mangelhafte Qualität festgestellt.