Experte erklärt
Epstein-Code: So wickelte er die Mächtigen um den Finger
08.02.2026Auch sechs Jahre nach dem Tod von Jeffrey Epstein sorgen die Akten des Falls für Aufregung und Unruhe.
Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte. Das brachte zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich.
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Oft kam die Frage auf, welche Promis in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten - dabei fiel auch der Name des US-Präsidenten Donald Trump.
Fear of missing out
Top-Psychologe Sebastian Bartoschek erklärt, wie Epstein die Mächtigen um den Finger wickeln konnte. „Ein Schlüssel ist soziale Beglaubigung. Das ist wie bei einem Gebrauchtwagenhändler, den man nicht selbst geprüft hat, aber drei Freunde sagen, der sei solide. Dann vertraut man dem Netzwerk“, so der Experte zur BILD. Es gebe auch bei Reichen die Angst, etwas Exklusives zu verpassen.
Bei der Kommunikation wirkte Epstein oft freundschaftlich und streute Komplimente und wirkte dabei gebildet und wenig gefährlich, so der Psychologe weiter. Epstein versprach Zugang, Status oder Bedeutung. Dazu kommt Schuld: „Wer eine Grenze überschritten hat, wird still, ohne dass jemand drohen muss“, so Bartoschek.
Umso mehr mitmachten, umso normaler wurde das Ganze. „Wenn andere im Umfeld mitmachen, wirkt es normaler. Gruppennorm ist ein starkes Beruhigungsmittel.“ Epsteins gefürchtete Insel war laut Experte ein psychologischer Sonderraum, in dem auch Sex eine große Rolle spielte. „Wenn danach kaum Konsequenzen sichtbar werden, wirkt das wie eine nachträgliche Erlaubnis“, so Bartoschek.