Nach Unwettern

Flüchtlings-Drama: Mehrere Leichen an Kalabriens Küsten angeschwemmt

18.02.2026

Die Einwanderer könnten bei schweren Unwettern der vergangenen Tage ums Leben gekommen sein.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images (Symbolbild)
Zur Vollversion des Artikels

Rom. Nach den schweren Unwettern, die in den vergangenen Tagen Süditalien heimgesucht haben, sind an der Küste der süditalienischen Region Kalabrien und Siziliens mehrere Leichen angeschwemmt worden. Italienische Medien berichteten am Mittwoch von 15 Toten. Vermutet wird, dass es sich um Flüchtlinge handelt, die beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben kamen. Vier Leichen wurden innerhalb von zehn Tagen an der tyrrhenischen Küste Kalabriens gefunden, hieß es.

Die Migranten könnten auf der Route ums Leben gekommen sein, die Schlepper nutzen, um Migranten von Algerien nach Sardinien zu bringen. Die erste Leiche wurde am 8. Februar in Scalea in Kalabrien geborgen. Zwei weitere Leichen wurden am 12. Februar an der Küste der Städte Amantea sowie in Paola in Kalabrien entdeckt. Ebenfalls am selben Tag wurde - unter schwierigen Bedingungen - eine vierte Leiche, offenbar die einer Frau, vor dem Strand Le Roccette bei Tropea geborgen.

Schüler entdeckten eine im Meer treibende Leiche

Schüler hatten den Körper im Meer treiben sehen, doch starker Wellengang verhinderte zunächst die Bergung. Die Frau trug eine orangefarbene Rettungsweste. Erst als die Strömung die Leiche näher ans Ufer trieb, gelang es Einsatzkräften der Küstenwache, sie an Land zu bringen. Dokumente wurden nicht gefunden.

Die Staatsanwaltschaft von Paola ermittelt in den drei dortigen Fällen, seit Dienstag befasst sich auch die Staatsanwaltschaft von Vibo Valentia mit den Funden. "Derzeit haben wir keine Hinweise, die die Leichen mit einem bestimmten Schiffsunglück in Verbindung bringen", sagte der Staatsanwalt von Paola, Domenico Fiordalisi.

Hilfsorganisationen gehen von Hunderten Toten im Winter aus

Die Fahrt übers Mittelmeer nach Europa gilt auch bei normalen Wetterbedingungen als gefährlich. Oft werden Migranten von Schleppern aus Ländern wie Libyen und Tunesien in Schiffen, die kaum seetauglich sind, auf den Weg geschickt. Hilfsorganisationen befürchten, dass in diesem Winter mehrere Hundert Menschen ertrunken sind. Auch auf hoher See sowie nahe der kleinen Mittelmeerinsel Pantelleria zwischen Sizilien und Tunesien wurden bereits Leichen gefunden, sowohl von der Küstenwache als auch von zivilen Schiffen wie Fischerbooten.