150 Passagiere

Killer-Virus auf Kreuzfahrtschiff: Schon drei Tote

05.05.2026

Aus einer Traumreise wurde ein Albtraum: Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius brach das Hantavirus aus. Drei Menschen sind bereits gestorben, das Schiff liegt vor Kap Verde unter Quarantäne fest. 

Zur Vollversion des Artikels
© getty
Zur Vollversion des Artikels

Die Reise auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius sollte ein unvergessliches Erlebnis werden, doch nun herrscht an Bord die nackte Angst. Das Schiff liegt vor der Küste des Inselstaats Kap Verde fest und darf nicht weiterfahren.

Bislang starben drei Passagiere, bei zwei Toten wurde das tödliche Hantavirus nachgewiesen. Der Veranstalter „Oceanwide Expeditions“ meldete sich Montag zu Wort, am Dienstag bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weiteren Infektionsfall. Von der anfangs beworbenen „Atlantic Odyssee“ ist nur noch Isolation geblieben.

Isolation und pure Verzweiflung

Insgesamt befinden sich 149 Personen aus 23 Nationen auf dem Kreuzfahrtschiff. Die MV Hondius bietet Platz für 170 Passagiere in 80 Kabinen und fährt mit 57 Crew-Mitgliedern sowie einem Arzt. Diese medizinische Besetzung ist normal, auf Schiffen unter deutscher Flagge ist ab 75 Personen ein Arzt vorgeschrieben. Eine Reise in der Vierer-Kabine kostete rund 6000 Euro. Nur gesunde Personen sollten laut Veranstalter an Bord: „Da wir in entlegenen Regionen ohne Zugang zu komplexen medizinischen Einrichtungen unterwegs sind, raten wir Interessenten mit einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand oder falls eine tägliche medizinische Behandlung benötigt wird, von der Reise ab.“ Das Schiff war am Freitag, 20. März, im argentinischen Ushuaia gestartet und passierte unter anderem die Antarktis und Falklandinseln.

Drei Todesfälle auf der Reise

Die Tragödie begann, als am Samstag, 11. April, ein 70-jähriger Niederländer verstarb. Er war zuvor auf St. Helena von Bord gebracht worden. Kurz darauf starb auch seine 69-jährige Frau am Hantavirus. Die WHO sucht nun nach Mitreisenden eines Fluges von St. Helena nach Johannesburg, in dem die Frau saß. Ein Brite, bei dem das Virus ebenfalls nachgewiesen wurde, wird derzeit in Südafrika behandelt. Am Samstag verstarb zudem ein Fahrgast aus Deutschland direkt an Bord der MV Hondius.

Vorbereitung auf eine medizinische Evakuierung

Aktuell gelten auf dem Kreuzfahrtschiff höchste Sicherheitsvorkehrungen. Die Reederei spricht von „Isolationsmaßnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung.“ Laut dem Veranstalter zeigen zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden akute Atemwegssymptome und benötigen dringend medizinische Versorgung.

Weitere Fälle mit Symptomen sind bisher nicht bekannt. Die niederländischen Behörden bereiten aktiv eine Evakuierung vor. Zwei Spezialflugzeuge mit Fachpersonal sollen die Erkrankten sowie die Begleitperson des am Samstag verstorbenen deutschen Gastes ausfliegen. Diese Pläne sind laut Angaben jedoch noch unbestätigt.