Iran und Grönland

Militärexperte: DAS steckt hinter Trumps Drohungen

13.01.2026

Derzeit droht US-Präsident Donald Trump zwei Ländern: Iran und Dänemark. Dänemark sucht das Gespräch mit der US-Regierung wegen Grönland. Der Konflikt mit dem Iran droht nun zu eskalieren.

Zur Vollversion des Artikels
© ORF (Screenshot)
Zur Vollversion des Artikels

Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen am Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen soll auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen meldete. Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weißen Haus teilnehmen, sagte Rasmussen im Vorfeld.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. "Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht", sagte er.

Angesichts der Massenproteste im Iran hat Trump bis auf Weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt. Den Demonstranten stellte er Unterstützung in Aussicht und forderte sie indirekt zum Umsturz auf. "Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Zahl der Todesopfer bei den Protesten geht in die Tausende. Die EU arbeitet an neuen Sanktionen gegen den Iran.

"Sie kann alles oder nichts heißen" 

In der "ZiB 2" ordnete der Militäranalytiker Walter Feichtinger am Dienstagabend Trumps Drohungen ein. Er erklärte gegenüber ORF-Moderator Armin Wolf, dass "Hilfe unterwegs" sei, sei eine "sehr kryptische Ansage" an die iranische Bevölkerung. Feichtinger: "Sie kann alles oder nichts heißen." Laut ihm könne nach bisheriger Erfahrung alles hindeuten, dass die Opposition mit Kommunikationsmitteln unterstützt werde.

Das "Wundermittel Starlink" könnte dabei helfen und damit wäre "sicher etwas möglich". Zusätzlich könne die USA "durch elektronische Kampfführung" die Kommunikation des iranischen Sicherheitsapparats schädigen. Feichtinger meinte: "Ich gehe nicht davon aus, dass es jetzt in absehbarer Zeit schon zu einem Militärschlag kommt, zu einem wirklich substanziellen Militärschlag." Aber er schließt nicht aus, dass die USA einen gezielten Angriff gegen die iranische Führung ausführen könnten.

"Gibt es einen Plan B für die Zeit danach?" 

Laut Feichtinger ist der Schlag gegen Venezuela nicht damit vergleichbar. Im Iran will die USA die gesamte Regierung stürzen. Er stellte sich die Frage: "Gibt es einen Plan B für die Zeit danach?"

Bezüglich Grönland sagte der Brigadier, es sei "aus sicherheitspolitischer Perspektive nicht nachvollziehbar", warum Trump die Insel haben will. Es könnte "verlockend sein für jemanden, der sich hier so in den Blick auf die Landkarte verliebt hat".

Wenn Trump Grönland mit dem Militär holen will, könne und werde ihn niemand aufhalten können. Feichtinger: "Wenn, dann käme es wohl zu einem symbolischen Schuss in die Luft, um einfach völkerrechtlich zu dokumentieren, dass man hier dagegen ist. Aber ein militärischer Widerstand wäre absolut unzweckmäßig." Doch für den Militäranalytiker wäre die NATO nicht tot. Europa könne auf den Schutz der USA "noch immer nicht verzichten". 

Zur Vollversion des Artikels