Gipfel in den USA

Grönland-Streit: Trump provoziert gleich doppelt

Kurz vor dem geplanten Grönland-Gipfel in Washington verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton – und sorgt mit gezielten Provokationen für neue Spannungen zwischen den USA und Europa. 

Am Mittwoch sollen die Außenminister von Dänemark und Grönland mit US-Außenminister Marco Rubio sowie Vizepräsident JD Vance zusammentreffen. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Zukunft Grönlands und die Geschlossenheit der Nato.

Trump droht vor dem Gipfel

Statt vor dem Treffen diplomatische Signale zu senden, legt Trump nach. „Ich würde gerne einen Deal machen – aber wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun“, sagte der US-Präsident. Wie diese „harte Art“ aussehen könnte, ließ er offen. Berichten zufolge sollen hochrangige Militärs bereits mögliche Szenarien ausarbeiten – bis hin zu einer militärischen Intervention.

Provokationen aus dem Weißen Haus

Während Europa auf Deeskalation drängt, provoziert Trump weiter. Am Dienstag veröffentlichte das Weiße Haus auf X und Instagram eine Fotomontage, die den Präsidenten im Oval Office zeigt – hinter ihm eine riesige Karte Grönlands. Die Botschaft ist eindeutig: Die größte Insel der Welt steht ganz oben auf Trumps Agenda.

Republikaner treiben Annexion voran

Auch im US-Kongress wird der Ton schärfer. Der republikanische Abgeordnete und Trump-Loyalist Randy Fine kündigte an, ein „Gesetz zur Annexion und Staatlichkeit von Grönland“ einzubringen. Dieses würde Trump formell erlauben, „alle nötigen Schritte“ zur Annexion einzuleiten. Experten halten ein Durchkommen des Gesetzes jedoch für unwahrscheinlich: Die Republikaner sind in der Grönland-Frage gespalten, zudem haben die Demokraten ein Gegen-Gesetz angekündigt.

Nicht alle Republikaner folgen dem Kurs des Präsidenten. Eine Delegation aus US-Senatoren reist nach Kopenhagen, um die Allianz mit Europa zu bekräftigen. Mit dabei ist auch Senator Thom Tillis, der ungewöhnlich scharfe Kritik äußerte. Er habe „diese Dummheit satt“, sagte Tillis vor dem Senat. Der Streit um Grönland schade dem Präsidenten mehr, als er nütze.

Grönland pocht auf Völkerrecht

Aus Nuuk kommt weiterhin eine klare Absage an Trumps Pläne. Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen forderte die Nato auf, Grönland als Teil des Königreichs Dänemark zu verteidigen. Zwar zeige die internationale Aufmerksamkeit die strategische Bedeutung der Insel, doch Grönland sei eine demokratische Gesellschaft, treffe eigene Entscheidungen und handle strikt nach dem Völkerrecht.

Der Grönland-Gipfel in Washington findet damit unter enormem Druck statt – mit offen ausgetragenen Drohungen, politischen Provokationen und wachsender Sorge, dass Trumps Ambitionen das transatlantische Bündnis nachhaltig belasten könnten.

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