Vatikan

Papst verweigert Macron Audienz im Vatikan

21.01.2026

Erfolglosigkeit des Bemühens französischer Diplomaten um Termin soll mit Haltung zu Abtreibung und Sterbehilfe zu tun haben 

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© APA/AFP/TIZIANA FABI
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Laut einem italienischen Medienbericht hat Papst Leo XIV. dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron bisher bewusst keinen Audienztermin gewährt. Wie die konservative Zeitung "Il Tempo" unter Berufung auf "zuverlässige Quellen im vatikanischen Staatssekretariat" berichtet, sollen französische Diplomaten seit Wochen vergeblich versucht haben, einen ersten Audienztermin für Macron beim Papst zu ermöglichen, meldete Kathpress.

Anders als für die Staatsoberhäupter Großbritanniens, Italiens, Deutschlands oder Spaniens habe Leo XIV. jedoch für Frankreichs Präsidenten keinen Termin eingeräumt. Der Papst persönlich habe angeordnet, die Anfrage abzulehnen. Es solle für Macron vorerst weder eine private Audienz noch eine Audienz im Rahmen eines Staatsbesuchs geben.

Hauptgrund sei die Haltung des Franzosen bei den Themen Abtreibung und Sterbehilfe. Das französische Parlament hatte auf Betreiben Macrons im März 2024 ein "Recht auf Abtreibung" als Grundrecht in die französische Verfassung aufgenommen. In der derzeit noch anhaltenden politischen Debatte um eine Legalisierung der Sterbehilfe setzt sich Macron massiv für eine Liberalisierung ein.

Zu beiden Themen hatte Papst Leo XIV. unlängst in seiner Neujahrsansprache eine entgegengesetzte Stellung bezogen. Er sagte, dass die Kirche die Abtreibung "kategorisch" ablehne und beklagte, "dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden". Die Sterbehilfe nannte er in derselben Rede "eine falsche Form des Mitgefühls".

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