Iran-Krieg
US-Militär kündigt Ausweitung der Angriffe an
04.03.2026Die USA wollen ihre Angriffe auf den Iran ausweiten. Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigte US-Generalstabschef Dan Caine an.
Er begründete dies damit, dass der Iran im Verlauf des Krieges weniger Raketen und Drohnen abfeuere. Es würden auch weiterhin die Infrastruktur des Iran und seine Marine angegriffen. Indes gab es eine neue iranische Angriffswelle auf Israel mit mehreren Explosionen in Jerusalem.
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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht sein Land unterdessen auf Siegeskurs. Außerdem könne das US-Militär so lange kämpfen, wie nötig. "Unsere Luftabwehr und die unserer Verbündeten verfügen über mehr als genug Reserven. Wir können diesen Kampf problemlos so lange fortführen, wie nötig." Das Weiße Haus betonte zugleich, dass ein Einsatz von Bodentruppen im Iran derzeit nicht geplant sei. "Sie sind derzeit nicht Teil des Plans für diese Operation", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz. Zugleich wollte sie eine solche Option grundsätzlich nicht ausschließen. Man werde dem Präsidenten als Oberbefehlshaber "keine militärischen Optionen vom Tisch nehmen".
Militärkomplex in Teheran bombardiert
Zuvor hatte US-Verbündeter Israel am Mittwoch eine neue Angriffswelle auf die Islamische Republik gestartet. Nach israelischen Angaben war es die bisher zehnte Angriffswelle seit Kriegsbeginn am Samstag. Die Luftwaffe teilte mit, dass in der Hauptstadt Teheran ein wichtiger Militärkomplex bombardiert wurde. In diesem sollen sich die Hauptquartiere aller Sicherheitsorganisationen des Landes befinden, darunter der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), des Geheimdienstes sowie der Basij-Milizen.
Unter anderem wurde der Flughafen Mehrabad in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. Es seien dort "Verteidigungs- und Aufklärungssysteme" der iranischen Führung außer Gefecht gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Diese hätten eine Bedrohung für Flugzeuge der israelischen Luftwaffe dargestellt. Der Flughafen Mehrabad wird vor allem für Inlandsflüge genutzt, verfügt aber über einen militärischen Teil.
Die israelische Armee teilte außerdem mit, ein israelischer Kampfjet des Typs F-35 (Adir) habe ein iranisches Trainingsflugzeug des Typs Jak-130 im Himmel über Teheran abgeschossen. Dies sei der erste Vorfall dieser Art.
Die israelische Armee verkündete auch die Zerstörung von etwa 300 Raketenwerfern. "Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht", sagte der israelische Militärsprecher Nadav Shoshani am Mittwochabend. Mittlerweile kommen nur noch einzelne Raketen in Richtung Israel, nicht mehr mehrere auf einmal.
Auch die Vereinigten Staaten intensivierten ihre Attacken massiv. Dabei kommen die US-Streitkräfte am Mittwoch nach eigenen Angaben bei der Zerstörung iranischer Abwehrstellungen schneller voran als geplant. Die Führung in Teheran verschärfte den Konflikt ihrerseits mit der fortgesetzten Blockade der vor allem für den Ölhandel besonders wichtigen Straße von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet.
Explosionen in Jerusalem
Der Iran feuerte unterdessen weiter Raketen nach Israel. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Mittwoch von Explosionen an mehreren Orten Jerusalems, nachdem die israelische Armee eine erneute Raketenwelle des Iran gemeldet hatte. Im Großraum Tel Aviv, in Haifa und nördlichen Regionen Israels heulten die Luftalarm-Sirenen. In der Nähe von Tel Aviv wurden zwei Menschen durch Trümmerteile von Raketen leicht verletzt, wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. In Jerusalem wurden Polizeiangaben zufolge an fünf verschiedenen Orten Sachschäden durch Trümmerteile von abgefangenen Geschossen gemeldet.
USA sehen Fortschritte
Der für den Einsatz zuständige US-Admiral Brad Cooper erklärte, die amerikanischen Streitkräfte kämen gut voran. "Vereinfacht gesagt konzentrieren wir uns darauf, Ziele abzuschießen, die uns abschießen können", sagte er in einer Videoansprache. Nach US-Angaben sind 50.000 Soldaten, 200 Jets und zwei Flugzeugträger im Einsatz, weitere Verstärkung sei unterwegs.
Die iranische Luftabwehr sei stark geschwächt, die iranische Marine habe keine operativen Einheiten mehr in den strategisch wichtigen Gewässern. Insgesamt seien mehr als 2.000 Ziele getroffen worden. Außerdem versenkte ein US-U-Boot am Mittwoch ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas. Die Behörden in Sri Lanka teilten mit, dass nach dem Untergang 80 Leichen geborgen wurden. Laut dem US-Regionalkommando Centcom sind schon mehr als 20 iranische Schiffe angegriffen oder versenkt worden, darunter auch ein relativ modernes Kampfschiff der Revolutionsgarden.
Rakete Richtung Türkei
Nach dem Abschuss einer in Richtung des türkischen Luftraums fliegenden Rakete warnte das NATO-Mitglied Türkei den Iran vor einer Ausweitung des Kriegs in der Nahost-Region. Wie am Mittwoch aus dem Außenministerium in Ankara verlautete, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan seinem iranischen Kollegen in einem Telefonat, dass "jede Maßnahme, die zu einer Eskalation des Konflikts führen könnte, vermieden werden" müsse. Die NATO geht davon aus, dass der Iran absichtlich eine Rakete abgefeuert hat. "Wir verurteilen, dass der Iran die Türkei ins Visier nimmt", teilte NATO-Sprecherin Allison Hart mit.
Teheran gleicht Geisterstadt
Nach neuesten iranischen Angaben stieg die Zahl der Todesopfer auf 1.045. Das berichten staatliche iranische Medien. Darunter seien 165 Mädchen, die bei der Bombardierung einer Schule ums Leben gekommen seien. Das Pentagon kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Die Hauptstadt Teheran gleicht Berichten zufolge einer Geisterstadt. "Welt, seht ihr das? Sie töten uns. Hört unsere Stimme", sagte die Einwohnerin Firuzeh Seraj unter Tränen.