Krieg in Nahost

Hisbollah-Chef: "Wir werden uns nicht ergeben"

Die Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon hat angekündigt, sich der "israelisch-amerikanischen Aggression" entgegenzustellen.

Die Hisbollah werde nicht "kapitulieren", sagte der Chef der vom Iran finanzierten Gruppe, Naim Qassim, am Mittwochabend in einer Rede, die auf dem Fernsehsender seiner Partei ausgestrahlt wurde. Indes kam es im Südlibanon zu direkten Gefechten mit Israel, das am Abend auch die Hauptstadt Beirut bombardierte. Drei Menschen starben dabei.

Der "Aggression" werde die Hisbollah "bis zum äußersten Opfer" entgegentreten, versprach Qassim. Es war seine erste Rede seit Beginn des US-israelischen Angriffs auf den Iran am Samstag. Am Montag begann die Hisbollah damit, Ortschaften und Städte im israelischen Grenzgebiet mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen auf Hisbollah-Ziele, darunter in den Hochburgen der Miliz im Süden von Beirut und im Südlibanon.

Die israelische Armee drang UNO-Kreisen zufolge in mehrere Dörfer im Südlibanon vor. Israelische Streitkräfte seien am Mittwoch "in mehreren Dörfern präsent, darunter Kfar Kila, Houla, Kfar Shouba, Yaroun und Khiam", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Kreisen der UNO-Mission UNIFIL. Ihre Kämpfer hätten "einen Sprengsatz gezündet" und sich "direkte Gefechte" mit den israelischen Streitkräften geliefert, erklärte die Schiiten-Miliz am Mittwoch. Die Zusammenstöße ereigneten sich demnach im rund sechs Kilometer von der Grenze entfernten Ort Khiam.

Die israelische Luftwaffe führte am Abend eine Angriffswelle gegen Ziele im Libanon aus. In der Hauptstadt Beirut kamen dabei drei Menschen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Dieses hatte zuvor von bereits 72 Toten und 437 Verletzten infolge der neuen israelischen Angriffe gesprochen. 83.800 Menschen seien in die Flucht geschlagen worden.

Militäroffensive am Dienstag ausgeweitet

Israel hatte seine Militäroffensive im Libanon gegen die schiitische Hisbollah-Miliz am Vortag ausgeweitet. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte am Dienstag die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Katz zufolge wurden die israelischen Streitkräfte angewiesen, "vorzurücken und weitere strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen".

Seit Montag werden Ortschaften und Städte im israelischen Grenzgebiet von der Hisbollah mit Raketen und Drohnen angegriffen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen. Die Hisbollah wird vom Iran finanziert und ist wie die Hamas im Gazastreifen und die Houthi im Jemen Teil von dessen "Achse des Widerstands". Erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Einrichtungen in der Golfregion.

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