Megadeponie
Indonesien: Mülllawine tötet mindestens fünf Menschen
09.03.2026Vier weitere Personen werden vermisst - Ein Teil einer der größten Müllhalden rutschte ab
Bei einem Erdrutsch auf einer der größten Müllhalden der Welt am Rand der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere würden noch vermisst, teilten die örtlichen Rettungsdienste mit. Das Unglück ereignete sich am Sonntag auf der riesigen Abfallentsorgungsanlage Bantargebang in der Satellitenstadt Bekasi.
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Bantargebang nimmt täglich Tausende Tonnen Abfall aus der indonesischen Hauptstadt auf. Jakarta ist laut einem UNO-Bericht aus dem vergangenen Jahr mittlerweile die bevölkerungsreichste Stadt der Welt - in der Metropolregion leben etwa 42 Millionen Menschen. Rund um das weitläufige Gelände der Deponie arbeiten zahlreiche informelle Müllsammler und Kleinhändler. Sie sind bei solchen Unglücken besonders gefährdet.
Auch Müllwagen und Imbissstände verschüttet
Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden die Opfer von Müllmassen und Trümmern verschüttet, als plötzlich ein Teil der Deponie abrutschte. Der Müllberg, der kollabierte, war nach Angaben der Nachrichtenagentur Antara mindestens 50 Meter hoch. Rettungskräfte suchen weiter nach den Vermissten. Der Erdrutsch begrub nach Angaben der Behörden auch mehrere Müllwagen und kleine Imbissstände. Was das Unglück auslöste, ist noch unklar - jedoch kommen die enormen Müllmassen gerade bei Regen leicht ins Rutschen.
Indonesiens Umweltminister Hanif Faisol Nurofiq kritisierte nach dem Unglück, die lokalen Behörden hätten trotz eines 2008 erlassenen Verbots weiter Müll auf der Deponie abgeladen. "Bantargebang gehört zur Stadtverwaltung von Jakarta, darum muss sie die Verantwortung übernehmen", sagte er im Sender Kompas TV. Jakartas Umweltbehörde gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab.
Indonesische Mülldeponien sollen schrittweise geschlossen werden
Indonesien will seine Mülldeponien schrittweise schließen. Präsident Prabowo Subianto hatte im Februar gewarnt, die meisten Deponien seien bis 2028 voll. Die Regierung will nun umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro bereitstellen, um binnen zwei Jahren 34 Müllverbrennungsanlagen zu bauen und damit auch Strom zu produzieren.
Im Jahr 2005 waren bei einem Erdrutsch auf einer Mülldeponie in der indonesischen Provinz Westjava 143 Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache des Unglücks war damals eine Methangasexplosion.