Drama an Bord
Passagiere sollen vom Killervirus-Schiff evakuiert werden
05.05.2026
Drei Passagiere sind an Bord der "Hondius" an dem Hantavirus verstorben. Nach langem Warten wissen die restlichen Kreuzfahrtgäste, wie es mit ihnen weitergeht.
Das tödliche Hantavirus sorgt nach einem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" für großes Zittern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus. Sie konnte bisher zwei Virusinfektionen bestätigen. Weiter erklärte die WHO am Dienstag, dass sich fünf mutmaßliche Infektionsfälle an Bord befinden.
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Auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" sind bislang drei Passagiere, ein niederländisches Paar und eine Deutsche, verstorben. Nun sucht die WHO nach Passagieren eines Fluges von St. Helena nach Johannesburg Ende April. An diesem soll sich einer der verstorbenen Kreuzfahrtgäste befunden haben.
Mann starb während fahrt
Der Ausbruch ereignete sich auf der Kreuzfahrtreise von Ushuaia in Argentinien zu den Kapverden vor der Küste Westafrikas. Zwischen dem 6. und 28. April sollen sich laut der WHO knapp 150 Passagiere mit dem Virus angesteckt haben. Patient X war schon vor Beginn der Reise mit dem Hantavirus infiziert und erkrankte erst auf dem Schiff, so die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove am Dienstag in Genf.
Der erste Kreuzfahrtgast starb nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens Oceanwide Expedition am 11. April an Bord. Die Ehefrau des Niederländers verließ das Schiff am 24. April auf der Insel St. Helena. Sie wollte den Leichnam ihres Mannes wieder zurückbegleiten.
Flug ebenfalls betroffen
Die Witwe reiste einen Tag später nach Johannesburg. Wie die WHO vermeldet, litt sie an einer Magen-Darm-Erkrankung. Ihr Zustand verschlechterte sich schon während des Fluges. Die Niederländerin verstarb einen Tag später in Johannesburg im Krankenhaus. Nach Labortests wurde festgestellt, dass sie mit dem Hantavirus infiziert war. Die WHO sucht nun nach weiteren Passagieren des Flugs von St. Helena nach Johannesburg.
Derzeit wird ein schwer kranker Passagier in Südafrika auf der Intensivstation behandelt. Laut der WHO befinden sich drei weitere Schiffsgäste mit leichten Symptomen an Bord des Kreuzfahrtschiffs vor der Küste der Kapverden. Die Behörden des Inselstaats weigern sich weiterhin, das Schiff anlegen zu lassen.
Schiff soll nach Gran Canaria oder Teneriffa
Am Dienstagabend kam die Wendung für die Passagiere. Zwei Erkrankte und ein Angehöriger des dritten Todesopfers sollen mit zwei Spezialflugzeugen ausgeflogen werden, so Oceanwide Expeditions. Sie sollen in die Niederlande geflogen werden.
Das Schiff soll danach nach Gran Canaria oder Teneriffa fahren. Das würde drei Tage dauern. Derzeit laufen die Gespräche mit den spanischen Behörden. Ein genauer Zeitplan existiert noch nicht.
"Es gibt viele Unklarheiten"
Laut der WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove soll das Schiff Richtung die Kanarischen Inseln fahren. Sie kündigte zusätzlich an, dass die spanischen Behörden die "Hondius" anlegen lassen. Die WHO will das Ereignis genau untersuchen, das Kreuzfahrtschiff gründlich desinfizieren und den Zustand der restlichen Gäste bewerten.
Dem widersprach das spanische Gesundheitsministerium. Das Ministerium erklärte, dass bisher keine Entscheidung gefallen sei. Diese soll mithilfe von Daten vom Aufenthalt vor den Kapverden bestimmt werden.
Der "Hondius"-Passagier Jake Rosmarin berichtete in seinem Online-Reisetagebuch: "Es gibt viele Unklarheiten, und das ist das Schwierigste an der Lage. Alles, was wir jetzt wollen, ist, uns in Sicherheit zu fühlen, klare Antworten zu erhalten und nach Hause zurückzukehren."