Spenden-Affäre

Skandal wird Wahl in England nicht beeinflussen

01.02.2007

Der Skandal um die Vergabe von Adelstiteln wird nach Einschätzung des britischen Premierministers Tony Blair die nächste Wahl nicht entscheidend beeinflussen.

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Blair wollte am Samstag in einer Rede vor einer Parteiversammlung seiner Labour Party sagen, es gehe vielmehr um Visionen und eine durchdachte Politik für die Zukunft des Landes, wie aus einem vorab veröffentlichten Redemanuskript hervorging.

Adelstitel gegen Spenden
Blairs Regierung wird vorgeworfen, sie habe die Erhebung prominenter Briten in den Adelsstand von Spenden für die Labour Party abhängig gemacht. Der Premierminister hat dies stets zurückgewiesen. Allerdings hat seine Partei zugegeben, von wohlhabenden Unterstützern, die fürs Oberhaus nominiert wurden, Kredite im Umfang von fast 14 Millionen Pfund (20 Millionen Euro) erhalten zu haben, ohne dies zu deklarieren. Die nächste Wahl in Großbritannien wird 2009 oder 2010 stattfinden.

Blair zweimal verhört
In der Affäre um die mögliche Vergabe von Adelstiteln gegen Parteispenden ist der britische Premierminister Tony Blair abermals von der Polizei vernommen worden. Der Labour-Chef wurde in seinem Amtssitz in der Downing Street bereits zum zweiten Mal von Ermittlern befragt, wie ein Regierungssprecher am Donnerstag mitteilte. Blair sei jedoch nur als Zeuge vernommen worden, nicht als Beschuldigter. Die seit langer Zeit schwelende Affäre hatte sich in den vergangenen Tagen durch die vorübergehende Festnahme von zwei Blair-Vertrauten zugespitzt.

Vierstündige Vernehmung
Die etwa einstündige Vernehmung des Premierministers fand bereits am Freitag vergangener Woche statt. Nach Darstellung des Regierungssprechers war sie jedoch auf Wunsch der Polizei bisher verschwiegen worden. In der Affäre geht es um den Verdacht, dass die Labour-Partei von Geschäftsmännern und Privatleuten Millionenspenden bekommen hat, die als Kredite getarnt wurden. Im Gegenzug soll die Blair-Regierung den Spendern Adelstitel und Sitze im Oberhaus des Parlaments beschafft haben.

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