Kristi Noem
Trump feuert Heimatschutz-Ministerin
05.03.2026US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen.
Mit Wirkung zum 31. März werde der republikanische Senator des Bundesstaates Oklahoma, Markwayne Mullin, das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Amt übernehmen und das Ressort führen, teilte Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social mit. Noem ist damit die erste Ministerin aus der aktuellen US-Regierung, die ihren Hut nehmen muss.
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Sie soll nun den Posten der Sondergesandten für den "Schild Amerikas", einer neuen Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre, übernehmen. Trump dankte Noem für ihren Einsatz. Mit westlicher Hemisphäre ist zumeist der Doppelkontinent Amerika gemeint. Die 54-Jährige war nach der Tötung von zwei US-Bürgern durch Bundeseinsatzkräfte (ICE) in Minneapolis unter Druck geraten.
Ursprünglich Trumps Wunschkandidatin
Noem galt bisher als das Gesicht der von Trump angeordneten Massenabschiebungen von Migranten. Sie war ursprünglich Trumps Wunschkandidatin für den Posten und zuvor Gouverneurin von South Dakota. Sie hatte sich vor allem als überzeugte Unterstützerin des Republikaners einen Namen gemacht. Noch vor ihrer Ernennung zur Ministerin bezeichnete sie die Situation an der Südgrenze der USA zu Mexiko als "Kriegsgebiet".
Zeitweise im Gespräch als Trumps Vize, bescherten ihre Memoiren ihr negative Schlagzeilen: Darin beschrieb Noem, wie sie ihre junge Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete. Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten Entscheidungen. ́
Bei Senatsanhörung in Bedrängnis
Bei einer Senatsanhörung war die 54-Jährige zuletzt ins Kreuzverhör zu Todesfällen bei Einsätzen der Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden gegen Migranten und zu den Taktiken ihres Ministeriums genommen worden. Die teils rabiaten Einsätze hatten zu landesweiten Protesten geführt. Kritiker werfen der Regierung unter Noem vor, dabei Bürgerrechte zu verletzen.
Noch Ende Jänner hatte sich Trump demonstrativ dazu hinter Noem gestellt. "Ich denke, dass sie sehr gute Arbeit geleistet hat", sagte er nach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf zwei US-Bürger bei Zusammenstößen mit Anwohnern. In der Folge entbrannte ein Haushaltsstreit über Kurs und Finanzierung der Einwanderungspolitik. Während Republikaner teils noch schärfere Maßnahmen fordern, kritisieren Demokraten die Ausweitung von Befugnissen und verlangen stärkere parlamentarische Kontrolle und Transparenz im Gegenzug für Geldmittel.
Millionenschwere Kampagne führte zu Kritik
Noem hatte bei der Anhörung wiederholt betont, die Maßnahmen ihres Ministeriums dienten der nationalen Sicherheit und beruhten auf gesetzlicher Grundlage. Sie war außerdem gefragt worden, ob sie ihre früheren Äußerungen revidieren wolle, wonach die getöteten US-Bürger als "Terroristen im Inland" zu betrachten seien. Die Beschreibung war im Nachhinein durch Videomaterial und lokale Berichte stark infrage gestellt worden. Noem erklärte, sie habe sich auf Berichte von Einsatzkräften vor Ort verlassen und weigerte sich ausdrücklich, ihre Aussagen zurückzunehmen oder sich zu entschuldigen.
Zum Verhängnis wurde Noem aber vor allem auch eine millionenschwere Werbekampagne zur Abschreckung illegaler Migration. Ein republikanischer Senator merkte an, die Kampagne wäre eher zur Selbstvermarktung als zur effektiven Durchsetzung genutzt worden. Noem behauptete daraufhin, das Budget dafür sei von Trump abgesegnet worden - daraufhin sagte der Senator, das könne er sich nicht vorstellen, denn das bringe Trump in eine "äußerst unangenehme Lage". Trump selbst sagte im Anschluss, er habe nicht zugestimmt. Insgesamt zeigte die Anhörung, dass Sorgen über Noems Führungsverhalten mittlerweile parteiübergreifend sind.
"Mullin wird spektakulären Heimatschutzminister abgeben"
Mullin werde "einen spektakulären Heimatschutzminister abgeben", schrieb Trump weiter. Der 48-Jährige sei der einzige Senator indigener Herkunft und damit "ein hervorragender Fürsprecher für unsere großartigen Stammesgemeinschaften", so der US-Präsident. Er solle sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen die Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen. Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des US-Repräsentantenhauses und drei Jahre lang Senator.
Mullin ist ein früherer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer (Vollkontakt-Kampfsportart) und gehört Trumps MAGA-Bewegung an (Make America Great Again/Macht Amerika wieder großartig).