Das Ansehen der USA in Österreich hat einer Umfrage zufolge nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump vor einem Jahr deutlich gelitten.
Für 72,6 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher hat sich das Bild der USA in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert, ergibt die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung von Marketagent für die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft (ÖAG). Nur noch 9,6 Prozent haben demnach ein positives Bild von den USA.
Als Grund für das schlechtere Image wird von 68 Prozent der Befragten Präsident Trump genannt. Dahinter kommen die Einwanderungspolitik (ICE Beamte) sowie die Zölle (7,4 Prozent) und dass Trump unberechenbar/nicht vertrauenswürdig sei (6,5 Prozent). Dem Comeback Trumps im Weißen Haus können die Befragten wenig Positives abgewinnen. Rund vier Fünftel von ihnen finden, dass dieses negative Folgen für die EU (85,9 Prozent), die Weltpolitik (83,4 Prozent), Österreich (80,7 Prozent) und die USA selbst (79,9 Prozent) hat.
"Vom selbstverständlichen Partner zum Fremdling"
Der ÖAG-Auftrag des "Brückenbauens zwischen den Ländern" sei im Lichte der Umfrage wichtiger denn je, hieß es von der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft dazu. "In schwierigen Zeiten ist es besonders wichtig, das Gemeinsame zu erkennen und zu erweitern", unterstrichen ÖAG-Präsident Philipp Bodzenta und ÖAG-Generalsekretär Rainer Newald.
Die USA seien "vom selbstverständlichen Partner zum Fremdling" geworden, kommentierte die frühere Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) die Umfrageergebnisse bei einer ÖAG-Veranstaltung am Dienstagabend. "Wir haben mittlerweile einen anderen Begriff von Freiheit", sagte sie mit Blick auf den Rechtsruck in den USA, etwa auch in der Abtreibungsfrage. In einer Diskussion mit dem Generalsekretär im Verteidigungsministerium, Arnold Kammel, und der Amerika-Expertin der WKO, Irene Lack-Hageneder.
Verhältnis zu USA auch schon unter Biden abgekühlt
Das Verhältnis der Österreicherinnen und Österreicher hatte sich schon in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. So wurden die USA bereits unter Trumps Vorgänger Joe Biden nur von rund einem Fünftel der Befragten positiv gesehen. In der aktuellen Umfrage sind es weniger als ein Zehntel. Hingegen haben 55 Prozent ein eher negatives Bild von den USA, während 35,4 Prozent "teils, teils" angaben.
Unverändert wird jedoch die Bedeutung der USA für die Welt, Europa und Österreich eingeschätzt. 72 Prozent sehen die USA für die weltweite Wirtschaft als wichtig an, 80 Prozent für den Bereich Kultur und 65,2 Prozent für den Bereich Musik. Allerdings glauben nur 11 Prozent der Befragten, dass die USA einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten.
Nur 22,8 Prozent sehen Fußball-WM in den USA positiv
Wenig Euphorie gibt es in Hinblick darauf, dass die USA (gemeinsam mit Kanada und Mexiko) im Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer austragen. Gerade einmal 22,8 Prozent sehen das positiv, 26,7 Prozent negativ. Bemerkenswert ist auch, was die Österreicherinnen und Österreicher den USA zum heurigen 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien wünschen: Frieden und Deeskalation (20,3 Prozent), Demokratie und Rechtsstaatlichkeit (16,6 Prozent) sowie Verantwortungsvolle Führung (15,8 Prozent) bilden die Top 3 der Glückwünsche.
Die Umfrage wurde zwischen 28. Jänner und 4. Februar an 500 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren online durchgeführt. Die Stichprobe ist den Angaben zufolge repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.