Gegen Rennes

0:0 – Sturm erkämpft wichtigen Punkt zum Auftakt

© APA/ERWIN SCHERIAU
Sturm Graz lieferte eine solide Partie, stemmte sich gegen ein nicht überragend aufspielendes Stade Rennes und holte damit zum Auftakt ein verdientes Remis.
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Enorm druckvoll startete vor allem Sturm in die Partie und verweilte die ersten fünf Minuten rund um den französischen Strafraum.

Doch dann: Nach einem Eckball bekamen sie den Ball nicht geklärt, Adrien Thomasson konnte aus der Drehung zum 1:0 abschließen (8.). Auf den Nackenschlag folgte aber die Erlösung: Davor wurde ein Rennes-Spieler auf der Hand getroffen, der Treffer zählte nicht!

Doch es bedeutete den Startschuss für die Gäste, die nun das Kommando übernahmen. Richtig knapp wurde es bei einem Angriff über links (wie fast alle bei Rennes), nach dem Star-Stürmer Estéban Lepaul nur an Daniil Khudyakov scheiterte (30.).

Sturm Graz setzt Nadelstiche

Dann aber verkehrte Welt, weil plötzlich trafen die "Blackies" aus einem Standard: Joshua Quarshie gewann nach einem Freistoß den Kopfball und fand damit Paul-Friedrich Koller, der einköpfte (34.). Aber auch hier machte der VAR einen Strich durch die Rechnung – Abseits! Das aber nur, weil JP Hödl Quarshies Gegenspieler leicht blockte.

Später fand Gizo Mamageishvili in einem blitzsauberen Konter Hödl, der sich mit einer Drehung Platz im Strafraum verschaffte, im Abschluss aber am starken Brice Samba (57.) scheiterte.

Auf der Gegenseite brillierte aber auch der Torhüter. Khudyakov hielt zuerst im 1-gegen-1 mit Lepaul, noch stärker aber mit dem Fuß beim Nachschuss von Ludovic Blas (60.).

Rennes münzt Überlegenheit kaum um

Für einen finalen lauten Aufschrei sorgte Sturm noch nach einer Ecke, bei der aber gleich zwei Angreifer einen losen Ball nicht über die Linie drücken konnten (85.). Man belohnte sich für eine starke Schlussphase, in der die Franzosen in ihrer Hälfte eingekesselt wurden, nicht.

Am Ende standen bei Rennes 23 Schüsse, nur fünf davon aufs Tor. Aufgrund der 1,98 xG waren die Grazer aber wohl dennoch im Glück, kein Tor kassiert zu haben.

Fabio Ingolitsch (Sturm-Graz-Trainer): "Vor dem Spiel hätten wir einen Punkt gerne genommen, aber bei dem speziellen Momentum am Schluss hätten wir einen Sieg mitnehmen können. Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Wir haben uns tapfer verkauft, Mann gegen Mann gespielt, hatten eine sehr junge Startformation. Wir waren brutal griffig, hochintensiv, hatten viele Ballgewinne und haben Rennes gut von unserem Tor weggehalten. Natürlich hat uns vorne die Durchschlagskraft gefehlt, aber das muss man realistisch einschätzen. Der Matchplan ist geglückt. Unsere junge Bande hat das außergewöhnlich gut gemacht."

Jürgen Heil (Sturm-Graz-Spieler): "Wir haben gegen einen Gegner mit richtiger Qualität gespielt, man hat gesehen, wie ballsicher die sind im Gegensatz zu uns. Trotzdem haben wir es kämpferisch richtig gut gelöst. Das sind Momente, von denen man als Kind träumt. Jeder hätte uns für deppert verkauft, wenn wir ins offene Messer gelaufen wären. Es werden noch andere Gegner kommen, gegen die wir mehr agieren müssen. Wir haben mit diesem Ergebnis einen Schritt nach vorne gemacht."

Franck Haise (Stade-Rennes-Trainer): "Wir müssen den einen Punkt mitnehmen, aber hatten drei Punkte eingeplant. Insgesamt war es ein schwieriges Spiel, aber auch Sturm hatte Chancen."