Visa & OeNB warnen

115 Mio. Euro! Jeder 2. Österreicher im Internet betrogen

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Neffentrick, Liebesbetrug und Co. sorgen für über 115 Millionen Euro Schaden im Jahr. Phising trifft fast jeden Zweiten. Visa & OeNB warnen eindringlich.
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Zack! In Sekundenschnelle ist das Geld weg. Betrüger bringen Menschen in Österreich immer häufiger um ihr Erspartes. Im vergangenen Jahr hat sich die Schadenssumme bei betrügerischen Transaktionen um fast 18 Prozent auf 115,4 Millionen Euro erhöht, gab die Nationalbank (OeNB) am Donnerstag bekannt. Die Betrüger erschleichen sich das Geld etwa durch Fake-Anrufe und -Nachrichten oder Vortäuschen einer Notlage.

Den größten finanziellen Schaden verursachten betrügerische Überweisungen, so die OeNB. Der durchschnittliche Schaden liege hier bei rund 3.000 Euro. In Einzelfällen seien sogar Schäden von mehr als einer Million Euro beobachtet worden. "Besonders auffällig ist dabei die zunehmende Bedeutung sozialer Manipulation. 83 Prozent der Verluste bei Überweisungen waren 2025 darauf zurückzuführen, dass Betrügerinnen und Betrüger ihre Opfer gezielt täuschten und dazu brachten, eine Zahlung selbst auszulösen und freizugeben", heißt es laut Nationalbank.

Visa-Umfrage: Nur 4 von 10 Betrugsopfern gehen zur Polizei

Eine Visa-Umfrage in Österreich zeigt: Zahlungsbetrug wird in Österreich häufig nicht zur Anzeige gebracht. Nur 4 von 10 melden Betrug bei der Polizei.

Die häufigste Betrugsmethode ist Phishing. Über die Hälfte der Österreicher:innen (52 %) haben bereits gefälschte Nachrichten von angeblichen Lieferdiensten erhalten, 48 % von angeblichen Banken oder Zahlungsdienstleistern. 37 % haben Erfahrungen mit dem Enkeltrick oder Schocknachrichten gemacht, 30 % mit Fake-Shops. Zu den neueren Formen gehört der Finanz- und Kryptowährungsbetrug: Knapp ein Viertel (23 %) ist bereits auf ein betrügerisches Investmentangebot gestoßen, wobei Männer deutlich häufiger mit einem solchen Betrugsversuch konfrontiert waren (29 %) als Frauen (17 %). Junge Menschen begegneten Betrugsmaschen innerhalb des letzten Jahres vor allem auf Online-Marktplätzen und Kleinanzeigenplattformen, etwa in Form gefälschter Zahlungslinks oder nicht gelieferter Ware (22 % der 14- bis 19-Jährigen).

Kriminelle geben vor, ein Familienmitglied zu sein, um an Geld zu kommen

Zu den häufigen Betrugsmaschen zählten Kauf- und Anlagebetrug, Liebesbetrug, Rechnungs- und Überweisungsbetrug, Paketdienst- und Zustellbetrug, CEO-Betrug, "Behörden"-Betrug sowie der Enkel- oder Neffentrick. Bei letzterem geben Kriminelle vor, ein Familienmitglied zu sein, um an Geld oder Wertsachen zu gelangen.

Insgesamt wurden 2025 rund 351.000 betrügerische Transaktionen registriert. Neun von zehn Betrugsfällen entfallen auf Kartenzahlungen. Wer bei Zahlungsbetrug letztlich den finanziellen Schaden trägt, hänge wesentlich davon ab, ob eine Zahlung vom Opfer selbst autorisiert wurde oder nicht, so die Nationalbank.