Auf dem zu den Seychellen gehörenden Aldabra-Atoll wurde die weltgrößte freilebende Population der Aldabra-Riesenschildkröten erfasst. Einst galt die Art als stark gefährdet, da im 19. Jahrhundert zeitweise weniger als 1000 Exemplare auf dem Atoll lebten.
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Eine aktuelle Untersuchung unter der Leitung der Seychelles Islands Foundation und der Universität Exeter schätzt den Bestand auf rund 180.000 Tiere. Die Forscher werteten dafür Zählungen aus fünf Jahren aus. Zwischen 2018 und 2021 erwies sich die Population als weitgehend stabil, wobei die beste Schätzung für ausgewachsene und noch nicht ganz ausgewachsene Exemplare bei rund 183.000 Tieren lag.
Laut dem britischen "Guardian" ist dies der bislang höchste ermittelte Wert für diese Art. Eine oft zitierte Schätzung aus dem Jahr 1999 ging noch von rund 100.000 Tieren aus, wobei frühere Studien unberücksichtigte Daten zu übersehenen Tieren aufwiesen.
Jahrzehntelanger Schutz zeigt Wirkung
Die positive Entwicklung basiert auf umfassenden Schutzmaßnahmen. Das Aldabra-Atoll steht seit 1981 unter strengem Naturschutz und gehört seit 1982 zum UNESCO-Welterbe.
"Mehr als 180.000 frei auf unserem Atoll lebende Riesenschildkröten sind ein Beweis dafür, was langfristiges Engagement für den Naturschutz erreichen kann", erklärte Frauke Fleischer-Dogley, Geschäftsführerin der Seychelles Islands Foundation. Dies sei eine wunderbare Nachricht für die Seychellen, die Welt und alle Beteiligten.
Graslandschaften als bevorzugter Lebensraum
Die in der Fachzeitschrift "Ecology and Evolution" veröffentlichten Ergebnisse nutzen ein statistisches Verfahren, das unterschiedliche Entdeckungswahrscheinlichkeiten in der dichten Vegetation berücksichtigt. Die Auswertungen zeigen besonders hohe Bestandsdichten in Graslandschaften sowie auf offenen Flächen und in lichten Buschgebieten. In manchen Arealen ist die Datenlage jedoch weniger zuverlässig.
Neue Gefahren trotz Rekordbestand
Trotz dieses Erfolgs bleibt die Zukunft der gepanzerten Riesen gefährdet. Längere Dürreperioden verringern Nahrung und Schatten, während der steigende Meeresspiegel tiefer gelegene Bereiche bedroht. Zudem gefährden eingeschleppte Katzen und Ratten die Eier und Jungtiere, weshalb Forscher die vollständige Beseitigung dieser Säugetiere fordern.