Pferdesport
300-Millionen-Hammer! Österreicher wollen in neue Liga
300 Millionen Dollar Preisgeld in nur drei Jahren! US-Milliardär Frank McCourt will den Springreitsport mit seiner neuen Premier Jumping League (PJL) aufmischen. Ab April 2027 sollen die weltbesten Reiter um Summen kämpfen, die selbst die etablierte Global Champions Tour in den Schatten stellen. Auch Österreichs Topstars Max Kühner und Katharina Rhomberg wollen dabei sein.
Kühner steht bereits mit der neuen Serie in Gesprächen. Rhomberg hat sich beworben und würde gerne teilnehmen. Insgesamt haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits rund 180 Reiter registrieren lassen.
100 Millionen Dollar pro Saison!
Der finanzielle Unterschied zur Konkurrenz ist gewaltig: McCourt verspricht jährlich 100 Millionen US-Dollar Preisgeld. Die seit 20 Jahren bestehende Global Champions Tour schüttet in dieser Saison rund 36 Millionen Euro aus.
Die Premier Jumping League soll im April 2027 in Las Vegas starten. Geplant sind 14 Turniere mit 16 Mannschaften. Zum Vergleich: Die Global Champions Tour umfasst derzeit 17 Teams und 17 Turniere. Von 24. bis 27. September macht sie auch im Schloss Schönbrunn in Wien Station.
McCourt finanziert nicht nur die Preisgelder, sondern auch den Aufbau der neuen Serie. Rund 45 Mitarbeiter sind bereits für das Projekt tätig.
Zwei Teams sollen schon 100 Millionen bringen
Das Geschäftsmodell orientiert sich an amerikanischen Profiligen: McCourt verkauft Lizenzen für die Mannschaften, sogenannte Franchises.
Zwei dieser Teamlizenzen sollen dem Vernehmen nach bereits für jeweils 50 Millionen Dollar verkauft worden sein. Zwei weitere Verkäufe sind für die Anfangsphase geplant. Die übrigen Mannschaften sollen zunächst über ein Leasing-Modell vergeben werden.
Der Geldgeber kennt sich mit milliardenschweren Sportgeschäften aus. 2012 verkaufte er das Baseball-Team Los Angeles Dodgers für rund 2,2 Milliarden Dollar. Heute besitzt er den französischen Fußballklub Olympique Marseille.
Brisante Vorgeschichte: McCourt gegen seinen Ex-Partner
Besonders pikant: McCourt war selbst mehrere Jahre an der Global Champions Tour beteiligt – jener Serie, die er nun mit seinem Millionenprojekt herausfordert.
Sein Ausstieg verlief alles andere als geräuschlos. Der Verkauf seiner Anteile, zunächst an die später insolvente Tennor Group von Lars Windhorst und anschließend an Tour-Gründer Jan Tops, war von einem Streit über den Preis von 169 Millionen Euro und juristischen Auseinandersetzungen begleitet.
Einige Reiter bezeichnen McCourts neue Serie deshalb als "Rache". Das ist ihre Interpretation – belegt ist der frühere Streit zwischen den Geschäftspartnern.
Für Kühner und Rhomberg eröffnet die Premier Jumping League jedenfalls eine neue Perspektive. Ob beide tatsächlich einen Startplatz erhalten, ist noch offen. Der Kampf um die Millionen beginnt im April in Las Vegas.