Rekordzahl
37 Drohnen gefährdeten bereits Berlins Flughafen
Ein Sprecher der Flugsicherung bestätigte der Berliner Zeitung die Spitzenstellung des Hauptstadtflughafens: 2025 waren es am neuen Schönefelder Airport neun Vorfälle dieser Art, 2024 fünfzehn. Nicht jede Meldung führt zur vollständigen Schließung. Manchmal genügt die Sperrung einer der beiden Bahnen. Die Hinweise kommen von Flughafenpersonal oder von Besatzungen im Anflug – so wie auch am Mittwoch.
Um 19.58 Uhr wurde gestern eine Drohne über dem Gelände gemeldet. Die Nordpiste wurde gesperrt, um 20.20 Uhr folgte die Südpiste. Bis 21.05 Uhr ruhte der Betrieb. Flugzeuge kreisten in Warteschleifen. Betroffen waren unter anderem Verbindungen aus Budapest, Düsseldorf, Dublin, München und Kopenhagen. Die Bundespolizei fand das Gerät nicht. Die Brandenburger Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, hat aber bisher keine heiße Spur.
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Bisher 261 Drohnen-Vorfälle in diesem Jahr
Bis Ende August 2026 zählte die Flugsicherung allein in diesem Jahr bereits 261 Behinderungen durch unbemannte Systeme, nach 225 im gesamten Vorjahr und 161 im Jahr 2024. Der Anteil der Vorfälle an Flughäfen stieg deutlich. Hinter dem BER liegen Leipzig mit 33 und Frankfurt mit 31 Sichtungen, gefolgt von Köln/Bonn. Im ersten Halbjahr allein hatte der Tower in Schönefeld 28 Fälle gemeldet, siebenmal mit Betriebsunterbrechung. 2025 waren es am BER und im Umland über das ganze Jahr nur acht bis neun Objekte.
Unerlaubte Flüge in der Verbotszone können als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr nach Paragraf 315 Strafgesetzbuch gelten, Gerichte können Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren verhängen.
Der aktuelle Vorfall erinnert auch an den mutmaßlichen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle im August, bei dem eine mit Sprengstoff versehene Drohne nahe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt wurde.