Wilde Kombination
3D-Navi verwandelt Google Maps in Inception
Autofahrer können sich aktuell auf dem Navi-Bildschirm zwischen der Nahperspektive oder der Übersichtansicht entscheiden. Bei der erstgenannten kann der Autolenker etwa die Kreuzung sehen, auf die gerade zugefahren wird. Bei der anderen ist die Karte von oben zu sehen. Beides konnte bisher nicht kombiniert werden.
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Das will nun das norwegische Start-up Orbify ändern. Ihre neue Navi-Software verändert die Karte, sodass sich die Straße vor dem Auto in den Himmel hinaufrollt. Es ähnelt jener Traumszene aus Christopher Nolans Film "Inception".
Eigenen Algorithmus entwickelt
Doch wie wird diese Darstellung geschaffen? Das Start-up hat einen neuen Biege-Algorithmus entwickelt. Dieser wendet das sogenannte Gaussian Splatting an einer räumlichen Oberfläche an. Zusätzlich wird das mit einem Shader und Kameraeffekt kombiniert. Das Unternehmen hat vor Kurzem sogar ein Patent in Europa angemeldet.
Für das Projekt existiert schon eine webbasierte Demo. In dieser kann man schon betrachten, wie sich die Straße von der Vogelperspektive vor einem ausrollt.
Unter anderem Karten von Google Maps verwendet
Bisher nutzte Orbify bei seinen Prototypen die Unreal Engine und Unity, weitverbreitete Spiele-Engines. Für die Visualisierung wurden unter anderem 3D-Kacheln mit Städten und Landschaften von Google verwendet.
Somit verfügt Orbify über keine eigenen Daten, sondern stellt nur die Software zur Verfügung, die diese erstellt. Derzeit ist das Ergebnis sehr hakelig. Das Unternehmen hat sich vorgenommen, dass die Software plattformunabhängig im Browser, auf Smartphones oder auf Auto-Navis läuft.
Moderne Navis sind schlecht designt
Karsten Huitfeldt, einer der Mitgründer, erklärte gegenüber "The Register": "Kommerziell ist unser Ziel, Orbify vor allem als Software- bzw. Development Kit anzubieten, das mit bestehenden 3D-Karten- und Navigationssystemen funktioniert – statt ein völlig neues Kartenökosystem von Grund auf zu bauen." Das endgültige Produkt könnte in der Zukunft in andere Software-Angebote eingebaut werden.
Huitfeldt hat früher als Architekt beim bekannten Osloer Designstudio Snøhetta gearbeitet. Heute entwickelt er die neue Software. Er begründete den Karrierewechsel damit, dass für ihn die aktuellen Auto-Navis unübersichtlich seien. Huitfeldt: "Im Automobildesign gab es große Sprünge, aber beim Navigationsdesign selbst ist nicht viel passiert." Laut dem Ex-Architekten müssen Autofahrer verschiedene Ansichten, Karten und Perspektiven von ihren Navis im Kopf haben.
Huitfeldt betonte: "Orbify versucht, diesen Zielkonflikt aufzulösen, indem beides durchgängig in einer Ansicht kombiniert wird: perspektivisch nah beim Nutzer, weiter draußen fortschreitend gebogen in Richtung Luft- bzw. Draufsicht."