Richtiger Zeitpunkt
Achtung, Frost! Wann du deinen Rasen zum letzten Mal mähen solltest
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, bereitet sich auch der Rasen auf die Winterpause vor. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den letzten Rasenschnitt im Herbst? Wer zu früh oder zu spät mäht, riskiert, dass das Gras geschwächt in die kalte Jahreszeit startet. Entscheidend sind dabei nicht nur der Kalender, sondern vor allem die Witterung und die richtige Schnitthöhe.
Der letzte Rasenschnitt
Viele glauben, dass es im Herbst einen festen Stichtag für den letzten Rasenschnitt gibt. Doch das stimmt nicht: Die Natur hält sich nicht an den Kalender. Entscheidend ist die Temperatur, denn solange es warm genug ist, wächst dein Rasen weiter.
Sobald die Temperaturen dauerhaft auf etwa 5 bis 10 Grad Celsius fallen, stellt das Gras sein Wachstum ein. In unseren Breitengraden ist dieser Moment in der Regel genau jetzt in der Übergangszeit erreicht, von Ende Oktober bis in den frühen oder mittleren November hinein.
Sinken die Nachttemperaturen in Richtung Gefrierpunkt und bleiben die Tageswerte im einstelligen Bereich, rückt der letzte Rasenschnitt des Jahres näher. Wähle dafür unbedingt einen trockenen, frostfreien Tag. Bei Frost solltest du den Rasen möglichst nicht betreten, denn die gefrorenen Grashalme sind besonders empfindlich und können leicht brechen.
Die 5-Zentimeter-Regel
Wenn du den Rasenmäher für den letzten Schnitt aus dem Schuppen holst, solltest du den Rasen keinesfalls zu kurz mähen. Denn die richtige Schnitthöhe ist entscheidend, damit dein Grün gut durch den Winter kommt. Ideal sind etwa 5 bis 6 Zentimeter, so ist der Rasen optimal auf die kalte Jahreszeit vorbereitet.
Schneidest du zu kurz (unter 4 cm): Die Halme verlieren ihre Schutzfunktion. Der Boden kühlt extrem schnell aus, Frost dringt an die empfindlichen Graswurzeln und schwächt deinen Rasen massiv
Lässt du ihn zu lang: Unter der ersten Schneedecke oder bei herbstlichem Dauerregen werden zu lange Halme platt gedrückt. Darunter entsteht ein feuchtes Mikroklima, eine Einladung für Pilzkrankheiten wie den Schneeschimmel, der deinen Rasen mit braunen und grauen Flecken ruiniert.
Keine Kompromisse bei Laub und Schnittgut
Im Hochsommer ist das Liegenlassen des Rasenschnitts (Mulchen) eine tolle Sache, jetzt im späten Oktober ist es ein No-Go. Bei den kühlen Temperaturen verrotten die Grasreste nicht mehr, verschmieren den Boden und nehmen den Wurzeln die Luft zum Atmen. Fange das Schnittgut beim letzten Mähen also unbedingt mit dem Fangkorb auf.
Gleiches gilt für das Herbstlaub: Eine dicke Blätterschicht auf dem Rasen blockiert das letzte spärliche Sonnenlicht und lässt das Gras darunter ersticken. Greif zum Laubrechen und befördere die Blätter stattdessen unter Hecken und auf Beete. Dort dienen sie nämlich als Frostschutz für deine Pflanzen und als überlebenswichtiges Winterquartier für Igel.
Der Geheimtipp: Die Frostschutz-Kur
Wer seinem Rasen vor dem Winter etwas Gutes tun möchte, kann ihn vor dem ersten Frost noch einmal gezielt düngen. Wichtig ist dabei jedoch die richtige Wahl des Düngers: Verwende keinen herkömmlichen Sommerdünger, da dieser meist viel Stickstoff enthält. Das regt das Graswachstum an und fördert die Bildung frostempfindlicher Halme. Greife stattdessen zu einem speziellen Herbstdünger mit einem höheren Kaliumanteil, der die Widerstandsfähigkeit des Rasens stärkt.
Ein spezieller Herbst-Rasendünger lagert Salze in die Pflanzenzellen ein und senkt dadurch den Gefrierpunkt des Zellsaftes. Das Kalium wirkt wie ein biologisches Frostschutzmittel und stärkt die Zellwände.