Fliegen
Airbus-Flugzeuge bekommen "Haifischhaut"
Der Haifisch hat nicht nur scharfe Zähne, sondern auch eine besondere Haut. Sie macht ihn zu einem schnellen Räuber der Meere und zu einem Vorbild für die Technik. Nach ersten Boeing-Jets sollen jetzt auch Airbus-Maschinen mit einer künstlichen Haifischhaut fliegen. Die weltweit erste "Aeroshark"-Installation an einem Airbus A330 wird derzeit in den deutschen Elbe Flugzeugwerken in Dresden vorgenommen. Das Testflugzeug gehört dem Lufthansa-Ferienflieger Discover Airlines.
Mikroskopisch kleine Rillen auf der Haifischhaut
Hinter "Aeroshark" verbirgt sich eine Technologie, die auf einer hauchdünnen Folie die Vorzüge der Haut von Haifischen nachahmt. Die Vorteile sind der Wissenschaft seit den 1970er-Jahren bekannt. Die Haifischhaut ist mit winzigen Schuppen bedeckt, die wie Mikrostrukturen den Widerstand reduzieren und die Strömungseffizienz erhöhen können, erklärt das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung.
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Auf der Oberfläche der Haut befinden sich mikroskopisch kleine und parallel verlaufende Rillen, die Wasserverwirbelungen brechen und das Wasser praktisch am Körper vorbeileiten, womit der Reibungswiderstand sinkt. Zudem werden Schmutz und Parasiten ferngehalten.
Auch die von der Lufthansa Technik AG und der Firma Surventis (vormals BASF Coatings) entwickelte Aeroshark-Riblet-Technologie nutzt diese Vorzüge. Die gleichnamige Folie soll den Luftwiderstand senken und den Treibstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen reduzieren. Aktuell ist das Verfahren schon für einige Varianten der Boeing 777 zertifiziert. Mit dem Airbus A330 soll nun das am zweithäufigsten für Langstrecken ausgelieferte Flugzeugmuster folgen.
Mit der optimierten Oberfläche sollen die Flugzeuge 1 bis 1,2 Prozent Kraftstoff einsparen. Nach den Worten von Burger spielt auch der Cost-of-Weight-Effekt eine Rolle. Ein höheres Flugzeuggewicht führt zu höherem Verbrauch. Wenn man weniger Kerosin verbrauche, müsse man auch weniger davon mitnehmen. Sollten später auch Flügel und Leitwerk eine Folie tragen, lasse sich eine Einsparung von etwa zwei Prozent erzielen. Schon bei einem Prozent könne ein Langstreckenflugzeug pro Tag knapp eine Tonne Kerosin sparen.