oe24-Soundcheck

Album des Jahres! So wild rocken die Rolling Stones

© Kevin Mazur/Getty Images for UMG
Am 10. Juli kommt der Rock-Hammer des Jahres: Das neue Rolling Stones Album "Foreign Tongues". Wir haben schon reingehört und liefern den Song-by- Song-Check
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Rough and Twisted: Die unter dem Pseudonym The Cockroaches veröffentlichte Vorabsingle baut auf kernigen Slide-Gitarren, düsteren Blues und markante Mundharmonika.

In the Stars: Die aktuelle Hymne. Auch für die Fußball-WM. Ein trendinger AOR-Hit, der unmißverständlich auf eine Stadion-Tour zielt.

Jealous Lover: Hochtöner im Stile von "Emotional Rescue". Dass Jagger mit fast 83 stimmlich derart hochhinauf kommt ist beachtlicher als der Song selbst.

Rolling Stones © © MARK SELIGER

Mr Charm: Belangloser Rock-Stampfer, der an nervige Werbejingles erinnert. Auch dank der etwas gar penetranten Dauerwiederholung "Call me Mister Charm. Mister Charm. Mister Charm"

Divine Intervention: Logische Fortführung vom Hackney Diamonds-Track "Bite my Head of". Klingt vom ersten Takt an vertraut. Auch dank eines eindringlichen Gitarren-Riffs und lässigem Drumbeat.

Ringing Hollow: Beim schweren Südstaaten Blues taucht Jagger stimmlich ins tiefe Mississippi Delta ab und überlässt stellenweise auch Keith Richards das Mikro. Das Referenzwerk der CD.

Rolling Stones © © MARK SELIGER

Never Wanna Lose You: Ein Flirt mit Disco-Rhythmen. Hat durchaus Hitradio-Potential. Für Stones-Puristen aber wohl etwas zu seicht. Auch wenn robert Smith von The Cure mitsingt und Brruno Mars die Cowbell schlägt.

Hit Me In The Head: Hektischer Rock-Exzess mit leicht verzerrten Gitarren und ausuferndem Harmonika-Spiel. Der letzte Song mit Charlie Watts.

You Know I’m No Good: Ein nettes Amy Winehouse Cover, das jedoch nicht wirklich neue Akzente setzt und somit auch nicht als Hommage durchgeht.

Rolling Stones Cover © Universal Music

Some Of Us: "All we need is a little loving" singt Keith Richards in seinem besten Stones-Song seit Dekaden. Mit einer Stimme wie der Bronson in Cinemascope. Macht Hoffnung auf eine Live-Performance.

Covered in You: Groovende Power-Ballade mit lässigen Funk-Einflüssen und messerscharfer Stimme, teilweise sogar nahe am Rap. Paul McCartney spielt dazu den Bass.

Side Effects: "Alles, was du dir in die Adern pumpst, hat seinen Preis!" Eine Art ärztliche Erkenntnis mit etwas übertriebener Refrain-Intonierung. Mit Fortdauer eine Spur zu eintönig.

Rolling Stones © © MARK SELIGER

Back in Your Life: Große Ballade. Das "Wild Horses" von "Foreign Tongues", bei dem Ron Wood sein wohl imposantestes Solo hinlegt. Dafür gibt’s von Jagger zurecht das Shoutout "Come On Ronnie". Das Album-Highlight!

Beautiful Delilah: Das erdige Chuck Berry Cover, das man in den unverkennbaren Stones-Sound transferiert setzt ein würdiges Finale.

oe24-Fazit:

Rolling Stones © © MARK SELIGER

In Summe ein großes und wichtiges Alterswerk, das aber nicht ganz an die herausragende Klasse von "Hackney Diamonds" herankommt. Die junge Konkurrenz lassen Rockdinos damit aber definitiv wieder alt aussehen.