Paris-Triumph

Alcaraz dreht Paris-Krimi und nimmt Revanche an Shelton

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Sechs Breakbälle abgewehrt, einen Rückstand gedreht: Carlos Alcaraz bezwingt Ben Shelton im Paris-Finale und holt seinen 29. Titel.
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Carlos Alcaraz hat seine offene Rechnung mit Ben Shelton beglichen. Der 23-jährige Spanier gewann am Sonntag das Finale des Masters-1000-Turniers in Paris mit 7:6 (7:5), 7:5 und feierte damit seinen insgesamt 29. ATP-Titel. Beim Zweisatzsieg gegen den Amerikaner musste Alcaraz allerdings hart arbeiten. Vor allem im ersten Durchgang stand er mehrfach vor einem Break, im zweiten lag er bereits zurück.

Am Ende entschied der Spanier die wichtigen Punkte für sich. Den zweiten Matchball verwandelte er mit einem Passierball entlang der Linie. Für Shelton blieb nach einem starken Auftritt die Erkenntnis, dass er seine Chancen gegen den siebenfachen Grand-Slam-Champion nicht konsequent genug genutzt hatte.

Shelton vergibt sechs Breakbälle

Vor allem der erste Satz hätte auch anders ausgehen können. Shelton setzte Alcaraz mit druckvollen Grundschlägen und mutigen Netzangriffen unter Druck.

Schon beim Stand von 1:2 erspielte sich der Amerikaner drei Breakbälle in Folge. Alcaraz wehrte alle ab, musste wenig später aber noch eine vierte Chance seines Gegners vereiteln.

Beim Stand von 3:4 folgten die nächsten beiden Breakmöglichkeiten für Shelton. Wieder hielt Alcaraz dagegen. Sechs Breakbälle hatte der Amerikaner damit vergeben, obwohl er über weite Strecken der stabilere Spieler war.

Die Entscheidung fiel im Tiebreak. Shelton kämpfte sich nach einem 1:3 zum 3:3 zurück, leistete sich anschließend aber einen Vorhandfehler. Alcaraz erspielte sich zwei Satzbälle. Den ersten vergab er selbst, beim zweiten verschlug Shelton die Vorhand.

Mit 7:6 (7:5) ging der erste Durchgang an den Spanier.

Shelton führt mit Break – dann schlägt Alcaraz zurück

Auch im zweiten Satz ließ Shelton nicht locker. Beim Stand von 2:2 hielt er seinen Aufschlag und nahm Alcaraz anschließend erstmals das Service ab.

Der Amerikaner bestätigte das Break und ging mit 4:2 in Führung. Der erste Satzverlust hatte ihn nicht aus dem Konzept gebracht.

Doch Alcaraz fand rechtzeitig zurück. Beim Stand von 3:4 setzte er Shelton mit einem Rückhandstopp und zwei Passierbällen unter Druck. Der Amerikaner verschlug schließlich eine Vorhand, Alcaraz nutzte gleich seinen ersten Breakball zum 4:4.

Anschließend brachte der Spanier sein Service zum 5:4 durch. Shelton hielt noch einmal zum 5:5 dagegen, doch Alcaraz blieb bei eigenem Aufschlag souverän und stellte auf 6:5.

Beim letzten Aufschlagspiel des Amerikaners erspielte sich Alcaraz zwei Matchbälle. Shelton wehrte den ersten ab, beim zweiten setzte der Spanier mit einem Passierball entlang der Linie den Schlusspunkt.

Nach seinem ersten Triumph beim Paris Masters fällt Carlos Alcaraz seinen Eltern auf der Tribüne in die Arme. Für den 23-Jährigen ist es der fünfte Turniersieg der Saison. © APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Revanche nach US-Open-Pleite

Der Erfolg hatte für Alcaraz auch sportlich eine besondere Bedeutung. Bei den US Open im September hatte Shelton ihn nach fünf Sätzen aus dem Turnier geworfen.

Vor dem Finale in Paris hatte der Spanier deshalb ausdrücklich Revanche angekündigt. Nun gelang sie ihm ausgerechnet in jenem Turnier, bei dem er bislang noch nie den Titel gewonnen hatte.

Ben Shelton (l.) und Carlos Alcaraz gratulieren einander nach dem Finale in Paris. Der Spanier setzt sich in zwei Sätzen durch und nimmt Revanche für seine US-Open-Niederlage. © APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Mit seinem Triumph in Paris steht Alcaraz bei 29 ATP-Titeln. Sieben verschiedene Masters-1000-Turniere hat er mittlerweile gewonnen.

Brisante Trainer-Geschichte vor dem Finale

Für zusätzlichen Gesprächsstoff hatte bereits vor dem Endspiel eine Personalentscheidung gesorgt.

Shelton wird ab der kommenden Saison von Juan Carlos Ferrero betreut, dem langjährigen Erfolgstrainer von Alcaraz. Der Amerikaner hatte seinen Rivalen persönlich über die Verpflichtung informiert, bevor der Wechsel öffentlich wurde.

Alcaraz reagierte laut Shelton ausgesprochen positiv und wünschte ihm Erfolg bei der Zusammenarbeit. "Ich weiß nicht, ob es auf der Tour einen besseren Menschen als Carlos Alcaraz gibt", hatte der Amerikaner vor dem Finale geschwärmt.

Beim ersten Aufeinandertreffen seit Bekanntwerden des Trainerwechsels setzte sich nun Alcaraz durch. Ferrero saß dabei noch nicht in Sheltons Trainerbox.