Erste Bank Open

Alcaraz krönt sich in Wien zum Tennis-König

© APA/AFP/JOE KLAMAR
Carlos Alcaraz gewinnt erstmals die Erste Bank Open! Nach einem Blitzstart muss der Spanier gegen Alex de Minaur kämpfen, ehe der Titel feststeht.
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Carlos Alcaraz ist der neue König der Wiener Stadthalle! Der 23-jährige Spanier gewinnt am Sonntag erstmals die Erste Bank Open und bezwingt Alex de Minaur im Finale mit 6:1, 6:4. Es ist bereits sein 28. ATP-Titel – und das ohne einen einzigen Satzverlust im gesamten Turnier.

Nach einem furiosen ersten Satz musste der siebenfache Grand-Slam-Sieger gegen den kämpferisch starken Australier deutlich mehr Widerstand überwinden. Doch beim ersten Matchball zeigte Alcaraz noch einmal seine ganze Klasse: Nach einem spektakulären Ballwechsel mit Stopp und Lob setzte er den entscheidenden Vorhand-Winner ins Eck.

Alcaraz überrollt de Minaur im ersten Satz

Der Spanier erwischte einen Start nach Maß. Gleich die ersten beiden Aufschlagspiele nahm er seinem Gegner ab und zog auf 4:0 davon. Dabei hatte de Minaur die Partie mit einem Ass eröffnet und bereits 40:0 geführt. Doch Alcaraz kämpfte sich zurück, erhöhte das Tempo und verwertete gleich seinen ersten Breakball.

Auch das zweite Aufschlagspiel des Australiers ging verloren. Diesmal schlug Alcaraz mit einem Rückhand-Passierball zu und stellte auf 3:0.

De Minaur, der am Vortag Alexander Zverev in drei Sätzen ausgeschaltet hatte, fand zunächst kaum eine Antwort auf die druckvollen Grundschläge des Spaniers.

Erst beim Stand von 0:4 gelang dem 27-Jährigen der erste Spielgewinn. Dafür benötigte er allerdings fünf Spielbälle. Alcaraz wehrte vier davon ab, ehe sich de Minaur mit einem starken Aufschlag auf die Anzeigetafel brachte.

Nach nur 32 Minuten war der erste Satz entschieden. Ein Doppelfehler des Australiers bescherte Alcaraz zwei Satzbälle. Den zweiten nutzte er, nachdem de Minaur einen Rückhand-Slice hinter die Grundlinie gesetzt hatte.

De Minaur kämpft sich zurück

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild. De Minaur fand zunehmend Antworten auf das temporeiche Spiel des Spaniers und hielt seine Aufschlagspiele nun auch unter Druck.

Gleich mehrfach musste der Australier Breakchancen abwehren. Besonders beim Stand von 3:4 bewies er Nervenstärke. Alcaraz hatte erneut die Chance, sich abzusetzen, doch de Minaur befreite sich mit starken Defensivaktionen aus der Bedrängnis und glich zum 4:4 aus.

Auch bei eigenem Aufschlag blieb Alcaraz gefährlich. Der Spanier servierte mehrere Asse, setzte seinen Gegner mit variablen Grundschlägen unter Druck und streute immer wieder erfolgreiche Netzangriffe ein.

Anders als im ersten Satz konnte er den Widerstand des Australiers aber nicht mehr früh brechen. Aus dem zunächst einseitigen Finale war ein offener Schlagabtausch geworden.

Traum-Ballwechsel entscheidet das Finale

Beim Stand von 4:4 hielt Alcaraz erneut seinen Aufschlag und ging mit 5:4 in Führung. De Minaur musste nun servieren, um im Match zu bleiben.

Der Australier startete mit einer 30:0-Führung, doch Alcaraz kämpfte sich zurück. Nach einem Rückhand-Winner und einem Fehler seines Gegners hatte der Spanier plötzlich seinen ersten Matchball.

Was folgte, war der spektakulärste Moment des Endspiels. Nach einem Stopp und einem Lob setzte Alcaraz die Vorhand unerreichbar ins Eck und machte den Titelgewinn perfekt.

Zverev-Bezwinger fordert Alcaraz

De Minaur hatte im Halbfinale die frischgekürte Nummer eins der Welt, Alexander Zverev, ausgeschaltet und damit das erhoffte Traumfinale verhindert. Gegen Alcaraz blieb der Australier allerdings auch im siebenten direkten Duell ohne Sieg.

Der Spanier hatte auf seinem Weg ins Endspiel keinen einzigen Satz abgegeben und unter anderem Daniil Medvedev im Halbfinale bezwungen. Auch de Minaur konnte diese Serie nicht beenden. Mit dem 6:1, 6:4 sicherte sich Alcaraz seinen insgesamt 28. ATP-Titel und erstmals den Siegerpokal in Wien.