KI-Firma

Anthropic-Börsengang trotz Milliarden-Verlust

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Das KI-Unternehmen Anthropic will diesen Herbst an die Börse und strebt eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar (knapp 1.758 Mrd. Euro) an. Im Vorjahr schrieb man Verluste in Höhe von 42 Milliarden Dollar.
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Das KI-Unternehmen Anthropic will noch im Herbst frisches Geld an der Börse einsammeln. Laut einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Börsenprospekt erhoffen die KI-Ikonen (Claude, Claude Code) eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar (knapp 1.758 Mrd. Euro).

Dies geschieht trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 42 Milliarden Dollar für das Jahr 2025. Der Börsengang würde die erst vor fünf Jahren gegründete Firma als Maßstab für die Bewertung führender KI-Unternehmen wie dem Konkurrenten OpenAI etablieren.

Hoher Nettoverlust

Der Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar enthielt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden Dollar, die sich aus der Neubewertung von Finanzierungen ergab. Zudem plant das Unternehmen in den kommenden Jahren Ausgaben in Höhe von 518 Milliarden Dollar für Cloud- und Recheninfrastruktur.

Umsatz verzwölffacht

KI-Ikonen: Elon Musk, OpenAI CEO Sam Altman, DeepMind co-founder and chairman Demis Hassabis, Meta CEO Mark Zuckerberg, Microsoft CEO Satya Nadella, Anthropic CEO Dario Amode, Google CEO Sundar Pichai und Nvidia CEO Jensen Huang. © APA/AFP/FABRICE COFFRINI/LUDOVIC

Der Umsatz des Unternehmens wuchs dem Prospekt zufolge 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete Anthropic auf operativer Basis einen Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar. Allein die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur verdreifachten sich im vergangenen Jahr auf 7,33 Milliarden Dollar. Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im November stattfinden dürfte, wird den Appetit der Anleger auf hoch bewertete KI-Aktien testen. Er folgt auf den erfolgreichen Börsengang von SpaceX, das mit 1,77 Billionen Dollar bewertet wurde.

Risiken und Unwägbarkeiten

Die Pläne kommen zu einer Zeit, in der Anthropic mit Erkenntnissen aus der eigenen Forschung konfrontiert ist, denen zufolge zunehmend autonome KI-Modelle sich auf unerwartete und potenziell schädliche Weise verhalten können. Anthropic-Chef Dario Amodei hat die KI-Gemeinschaft aufgefordert, das Tempo bei der Veröffentlichung neuer Fähigkeiten zu drosseln.

Dennoch brachte Anthropic vergangene Woche sein neues Modell Opus 5.5 auf den Markt, um mit dem Konkurrenten OpenAI und dessen GPT-6 Astra Schritt zu halten. Das Unternehmen wurde von Forschern gegründet, die OpenAI nach Meinungsverschiedenheiten über die KI-Sicherheit verlassen hatten. Eine Stellungnahme von Anthropic lag zunächst nicht vor.