Ehrlich währt in diesem Fall hoffentlich am längsten: Als ein 77-jähriger Pensionist in Legnago, einer italienischen Gemeinde bei Verona, mit dem Fahrrad unterwegs war, verlor er seine Geldbörse. Er wollte ein paar Einkäufe erledigen. Erst bei der Kassa eines Bioladens fiel ihm auf, dass sein Portemonnaie verschwunden ist. "Daraufhin ließ ich meinen Einkauf auf dem Schank stehen und eilte nach Hause, in der Hoffnung, sie auf dem Weg dorthin wiederzufinden. Darin befanden sich gerade einmal 30 Euro Bargeld, aber eben auch zwei Kreditkarten, die Bankomatkarte sowie meine Gesundheitskarte und der elektronische Personalausweis", erzählte der ehemalige Bankangestellte Giorgio Franchini der Zeitung L’Arena.
Vergebliche Suche
Der Pensionist begab sich auf die Suche, als er einen "jungen Ausländer auf einem Fahrrad bemerkte", der ihn augenscheinlich beobachtete. Der aus Marokko stammende Einwanderer fragte den älteren Mann, wonach er suche: "Als ich ihm antwortete, dass ich meine Brieftasche mit den 30 Euro darin verloren hätte, zog er sie lächelnd aus seiner Jacke und gab sie mir zurück."
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Finderlohn abgelehnt
Der glückliche Mann wollte dem ehrlichen Finder die 30 Euro als Zeichen seiner Dankbarkeit schenken. Doch Abdeljalil El Himer, ein 46-jähriger Saisonarbeiter, lehnte ab und hatte stattdessen eine große Bitte. "Helfen Sie mir, eine Arbeit zu finden", sagte er. Er lebt bereits seit fünf Jahren in Italien und wünscht sich nichts mehr als einen festen Job. Bis jetzt wurde er aber nur als Saisonarbeiter vermittelt. Vielleicht hat er jetzt Glück!