Weiterhin keine Einigung gibt es in Sachen Sozialplan im Zusammenhang mit der geplanten Werksschließung des Tiefkühlproduzenten Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich. Nach einer erneuten Verhandlungsrunde am Freitag zeigte sich die Gewerkschaft PRO-GE "enttäuscht", ein vorliegendes Angebot sei "nur minimal nachgebessert" worden.
Nun will man den Druck erhöhen, mit Betriebsratssitzung und Betriebsversammlung am kommenden Montag.
"Für einen Sozialplan ist das zu wenig"
"Für einen Sozialplan ist das zu wenig", sagt PRO-GE-Landesgeschäftsführer Patrick Slacik der APA in Bezug auf das von Ardo vorgelegte Angebot. Daher sei der Arbeitgeberseite am Freitag auch ein Antrag auf Errichtung einer Schlichtungsstelle übergeben worden. Einen entsprechenden juristischen Schritt behält sich die PRO-GE vor.
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Ardo: Ziel, den "betroffenen Mitarbeitern so bald wie möglich Klarheit zu verschaffen"
Am Montag geht es vorerst mit Betriebsratssitzungen am Standort in Groß-Enzersdorf weiter. Nachmittags sollen schichtübergreifend Betriebsversammlungen folgen, kündigte Slacik an. Ein nächster Sozialplan-Verhandlungstermin für kommenden Freitag (6. November) bleibe aufrecht. Dietmar Breiner, der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates von Ardo, kündigte der APA zudem eine Kundgebung am Standort an. Diese soll am 9. November in Szene gehen, gemeinsam mit Bauern und weiteren Betroffenen.
"Im Rahmen der heutigen Betriebsratssitzung haben Ardo und die Arbeitnehmervertreter die Verhandlungen über einen Sozialplan für jene Beschäftigten fortgesetzt, die von der geplanten Schließung des Werks in Groß-Enzersdorf betroffen sein könnten. Wir setzen die Gespräche weiterhin engagiert fort, mit dem Ziel, den betroffenen Mitarbeitern so bald wie möglich Klarheit zu verschaffen", ließ ein Sprecher von Ardo Austria Frost nach der Runde am Freitag wissen. Das lokale Team verfüge "über ein umfassendes Verhandlungs-Mandat" und sei "eng mit der Konzernzentrale abgestimmt".
Ende September hatte die belgische Ardo-Gruppe bekanntgegeben, ihr Werk in Groß-Enzersdorf Ende August 2027 zu schließen. An dem Standort im Bezirk Gänserndorf wird beispielsweise für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar produziert. Von der Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die der Sozialplan erarbeitet wird. Weiters sind 50 Leiharbeitskräfte betroffen. Ardo hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für das Unternehmen produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.