FPÖ: "Untragbar"
Aufregung um Ärzte-Kündigungen in Kärnten
Das Kärntner Gesundheitswesen steht vor einer Herausforderung: Am Mittwoch hat das vierköpfige Ärzteteam der interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt geschlossen gekündigt. Ein derartig kollektiver Rücktritt einer gesamten Abteilung ist bisher einmalig. Die Mediziner behandeln dort unter anderem Gefäßverschlüsse und veröden Krebsgewebe durch minimalinvasive Eingriffe.
Protest für bessere Arbeitsbedingungen
Bereits vor wenigen Tagen hatte der Abteilungsleiter Luca De Paoli seine Kündigung eingereicht. Seine Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen wurden von der KABEG laut seinen Angaben nicht oder nur teilweise erfüllt. Nun folgte das gesamte Team. In einem Schreiben heißt es wörtlich, dass das Team über Jahre hinweg in die Bresche gesprungen sei, um den Notfalldienst bei Engpässen und Krankenständen lückenlos aufrechtzuerhalten.
Die Rahmenbedingungen hätten nicht mehr den gestiegenen Anforderungen der Hochleistungsmedizin entsprochen, weshalb man die Arbeit in dieser Form nicht weiterführen könne. Dennoch sind derzeit alle Stellen besetzt, da die Mediziner eine mehrmonatige Kündigungsfrist einhalten müssen.
Auch interessant
KABEG verweist auf erfüllte Forderungen
Laut dem stellvertretenden medizinischen Direktor Jörg Weber werden an der Unterabteilung fünf bis acht Prozent der Schlaganfallpatienten versorgt. Mit dem Abteilungsleiter werde seit Mai verhandelt, wobei nahezu alle Punkte erfüllt worden seien. Dazu zählen eine Blaulichtgenehmigung, ein Tiefgaragenparkplatz, Homeoffice-Möglichkeiten sowie ein kurzfristig besorgtes Arbeitsschutzsystem, welches in den kommenden Wochen montiert wird. Nun soll ein neuer Anlauf für eine konstruktive Lösung genommen werden.
Krisengipfel sucht nach Lösung
Am Donnerstagvormittag trafen sich Vertreter der Ärztekammer, des Klinikums und KABEG-Aufsichtsräte im Büro von Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) zu einer rund zweistündigen Krisensitzung. Das Ziel lautet, die Ärzte am Klinikum zu halten und eine zukunftsträchtige Lösung zu finden. Die Abteilung soll definitiv bestehen bleiben. Beate Prettner (SPÖ) betonte, dass die Versorgung der Bevölkerung gesichert sei und bereits Gespräche mit externen Personen geführt würden. Spätestens im September soll eine Lösung vorliegen.
Politik fordert rasches Handeln
Politische Reaktionen folgten prompt: Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer verlangte vom KABEG-Management und der Gesundheitsreferentin eine sofortige sowie langfristige personelle Lösung, um die Notfallversorgung bei Schlaganfällen und Krebs zu sichern. FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher sprach von "untragbaren Zuständen", die geklärt werden müssten, da die Abteilung für Notfälle rund um die Uhr zur Verfügung stehen müsse.