Dramatische Folgen
"Beispiellos": Experten warnen vor Mega-El Niño
Das globale Wetterphänomen El Niño wird nach Einschätzung führender Meteorologen in diesem Jahr so intensiv ausfallen wie seit über einem Jahrhundert nicht mehr. Die Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik steuern auf ein beispielloses Rekordniveau zu, was verheerende Extremwetter-Ereignisse zur Folge haben könnte.
Meteorologen schlagen weltweit Alarm
Die Warnungen der Wissenschaftler vor dem kommenden Klima-Ereignis werden immer dringlicher. Laut jüngsten Berichten der britischen Wetterbehörde steht der Erde das stärkste El-Niño-Phänomen seit mehr als einhundert Jahren bevor. Der renommierte Meteorologe Adam Scaife erklärte am Freitag gegenüber der britischen Rundfunkanstalt BBC (wie die Nachrichtenagentur APA berichtet), dass die Temperaturen der Meeresoberflächen im Pazifischen Ozean auf ein historisch beispielloses Niveau ansteigen dürften. Dieser enorme Wärmeschub im Meer wird weitreichende Konsequenzen für das weltweite Wettersystem nach sich ziehen.
Besonders hart wird es laut den Experten die tropischen Regionen treffen. Vor allem im Westpazifik und in weiten Teilen Südamerikas stellen sich die Behörden bereits auf extreme und langanhaltende Dürreperioden ein. Die Kombination aus steigenden Wassertemperaturen und veränderten Luftströmungen führt dazu, dass gewohnte Regenfälle ausbleiben, was verheerende Auswirkungen auf die dortige Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen haben wird.
Was genau ist das El-Niño-Phänomen?
Das periodisch auftretende Naturphänomen El Niño ist im Kern eine massive Erwärmung des Oberflächenwassers im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Normalerweise treiben starke Passatwinde das warme Oberflächenwasser nach Westen, in Richtung Indonesien. Lässt dieser Wind nach oder dreht er sich um, schwappt das warme Wasser zurück nach Osten vor die Küste Südamerikas.
Diese Verschiebung hat globale Auswirkungen auf das Wettergeschehen:
- Globale Luftdruckänderungen: Die Erwärmung beeinflusst die weltweiten Windmuster und verschiebt die Jetstreams in der Atmosphäre.
- Ungleiche Regenverteilung: Während in einigen Regionen der Erde extreme Dürren drohen, kommt es in anderen Gebieten zu sintflutartigen Regenfällen und schweren Überschwemmungen.
- Erste Auswirkungen im Panama-Kanal: In Mittelamerika sorgt die aktuelle Trockenheit bereits für so niedrige Wasserstände, dass der Schiffsverkehr durch den weltberühmten Panamakanal drastisch reduziert werden muss, was zu Staus in der weltweiten Lieferkette führt.
Ein beispielloser Temperaturanstieg im Pazifik
In der Klimatologie wird ein El-Niño-Ereignis offiziell ausgerufen, sobald die Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Ostpazifik für mehrere Monate um mindestens 0,5 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Das Besondere am aktuellen Phänomen ist jedoch die prognostizierte Intensität der Erwärmung.
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Wie der britische Meteorologe Adam Scaife betonte, rechnen die aktuellen Klimamodelle diesmal mit einem Temperaturanstieg von mehr als drei Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Ein derartiger Wert ist in den modernen, systematischen Klimaaufzeichnungen absolut beispiellos und zeigt die verheerende Dynamik des aktuellen Wettergeschehens. Das Phänomen tritt im Schnitt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert in der Regel zwischen neun und zwölf Monaten an.
Zusammenstoß mit dem menschengemachten Klimawandel
Die Bedrohung durch El Niño wird durch den bereits fortschreitenden, vom Menschen verursachten Klimawandel massiv verstärkt. Die beiden Faktoren schaukeln sich gegenseitig hoch und sorgen für immer neue Temperaturrekorde auf unserem Planeten. Bereits das letzte Ereignis hatte in Kombination mit den globalen Treibhausgasen dazu beigetragen, dass das Jahr 2023 weltweit als das zweitheißeste und das darauffolgende Jahr 2024 als das offiziell heißeste Jahr seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen registriert wurde.
Mit dem nun bevorstehenden historischen Super-El-Niño stellen sich Forscher weltweit auf weitere globale Temperaturrekorde und eine deutliche Zunahme von zerstörerischen Extremwetterereignissen ein. Die kommenden Monate werden zeigen, wie widerstandsfähig die betroffenen Regionen gegen diese gewaltige Naturkraft sind.