Die Justiz setzt die juristische Aufarbeitung rund um den gefallenen Signa-Gründer René Benko zügig fort. Am 4. und 5. November muss sich der Tiroler erneut vor dem Landesgericht Innsbruck wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs sowie der betrügerischen Krida verantworten.
Benko wieder vor Gericht: Haselsteiner soll als Zeuge kommen
Video nicht verfuegbar im AMP-Modus
Zur vollstaendigen Ansicht© oe24
Schwere Betrugsvorwürfe rund um Haselsteiner-Millionen
Im Zentrum der Anklageschrift der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) stehen Vorwürfe rund um ein Finanzgeschäft mit dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und dessen Familienstiftung. Er soll einer von 13 Zeugen sein.
Auch interessant
Die Ermittlungsbehörde legt Benko zur Last, gegenüber Vertretern der Haselsteiner-Privatstiftung eine wahrheitswidrige Garantie abgegeben zu haben. Dadurch sei die Stiftung betrügerisch um einen Betrag von rund fünf Millionen Euro geschädigt worden. Nach den Ermittlungsergebnissen der WKStA sollen die Verantwortlichen der Stiftung verleitet worden sein, frisches Kapital bereitzustellen und auf bestehende Ansprüche zu verzichten:
- Rund 3,3 Millionen Euro wurden direkt an die Signa Holding GmbH überwiesen.
- Auf die Rückforderung weiterer 1,7 Millionen Euro wurde im Vertrauen auf die Zusage verzichtet.
- Die schriftliche Garantieerklärung sah eine Rückzahlung von rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 vor.
Diese Zahlung blieb bis heute vollständig aus. Die WKStA geht daher von einer unrechtmäßigen Bereicherung zugunsten der Signa Holding sowie einer weiteren Konzerngesellschaft aus.
Benkos Rechtsbeistand Norbert Wess hatte die Vorwürfe bereits nach Bekanntwerden der Anklageschrift im Juni entschieden zurückgewiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.