Benko ist nicht allein: Zahl der U-Häftlinge stark gestiegen

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Um 27 Prozent mehr als 2021 ++ Fast 1.000 saßen länger als ein halbes Jahr in Haft, 212 waren mehr als ein Jahr inhaftiert
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Knapp 630 Tage saß Signa-Gründer Rene Benko in U-Haft, bevor sich Mitte Oktober die Gefängnistore öffneten, und der inzwischen ja auch wegen betrügerischer Krida verurteilt worden ist. Benko bekam eine elektronische  Fußfessel und darf sich auf weitere Gerichtsverfahren in einer Innsbrucker Wohnung vorbereiten - Haftgründe wie Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr sah man am Innsbrucker Landesgericht nicht.

Nun, Benko ist bei weitem kein Einzelfall, wenngleich eine U-Haft, die länger als ein Jahr dauert, nicht gerade die Regel ist, wie eine Anfragebeantwortung von Justizministerin Ann Sporrer ans Parlament zeigt.

+ Fast 2.000 U-Häftlinge. Mit Stichtag 1. Juli 2026 saßen in Österreich 1.955 U-Häftlinge ein. Anfang 2021 - also vor rund fünf Jahren - waren es noch 1.529 gewesen, das entspricht einer Steigerung von 27 Prozent.

+ Durchaus lange U-Haftdauer. Laut Sporrer waren gar nicht so wenige Tatverdächtige länger als sechs Monate in Haft, 2025 konkret 921. Länger als ein Jahr saßen - so wie eben Benko – 212 ein.

Doch warum ist das so? Da liefert Sporrer in ihrer Anfragebeantwortung wenig Anhaltspunkte. Gesetzlichen Handlungsbedarf sieht die Ministerin in diesem Zusammenhang ebenfalls keinen.