So gut!
Birnenernte verspricht „Jahrhundert-Most"
Bei den Mostbäuerinnen und Mostbauern fällt bereits das große Wort vom „Jahrhundert-Most".
Während die Sommerhitze anderswo die Äpfel schrumpfen ließ und Obstbäuerinnen und -bauern teils bittere Ausfälle verbuchen mussten, dürfen sich die Mostviertler über einen goldenen Herbst freuen. Die Mostbirnen haben die Trockenheit nicht nur überstanden, sie haben sie zu ihrem Vorteil genutzt, berichtet die Landwirtschaftskammer Niederösterreich.
Ein Frühling voller Blütenknospen, ein sonniger Sommer und Regen genau zum richtigen Zeitpunkt ließen die Birnbäume auf den Streuobstwiesen unter ihrer Last fast ächzen. Frost blieb dem Mostviertel weitgehend erspart. Fast alle Sorten liefern deshalb reichlich Stoff für Most und Saft.
Süße Konzentration, makellose Schale
Auch im Geschmack überzeugt der Jahrgang. Die Sommerhitze ließ weniger Saft in den Früchten entstehen, und damit steigt die Dichte des Zuckers: Die Mostbirnen bringen überdurchschnittlich hohe Zuckerwerte mit. Dazu gesellt sich eine ausgewogene, optimale Säure, die dem Most später Frische und Spannung verleihen dürfte.
Weil es so trocken war, hatten Pilzkrankheiten kaum eine Chance. Die Schalen glänzen makellos und fast fleckenlos. Die kühlen Nächte der vergangenen Tage schenken den Früchten den letzten Schliff und lassen das Aroma in voller Fülle ausreifen.
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Tiefe Wurzeln, tiefer Geschmack
Das Geheimnis liegt auch im Baum selbst. Anders als Tafelobst in Intensivkulturen schicken die mächtigen, großkronigen Streuobstbäume des Mostviertels ihre Wurzeln weit in die Tiefe. Dort finden sie Wasser und Nährstoffe, selbst wenn es lange nicht regnet.
Und noch ein Unterschied: Tafelobst wird gepflückt, Streuobst wird vom Boden aufgeklaubt. Der Regen der vergangenen Wochen hielt die Birnen noch am Ast, wo sie die letzten Nährstoffe einlagern und weiter an Reife gewinnen. Die Haupternte startet deshalb erst in diesen Tagen, etwas später als gewohnt, und wird sich voraussichtlich bis Ende Oktober ziehen.
Kein Wunder also, dass unter den Mostbäuerinnen und Mostbauern schon vom „Jahrhundert-Most" geschwärmt wird. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Blütenknospen werden stets im Vorjahr angelegt, die heurige Trockenheit könnte sich daher in der nächsten Ernte bemerkbar machen.