Schock-Prognose
"Bis weit in den Oktober" - Wetter-Experten schlagen Alarm
In Österreich bleibt Regen auch zu Beginn des Oktobers Mangelware. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa blockiert derzeit die atlantischen Tiefdruckgebiete. Deren Fronten werden weit nach Norden abgelenkt – Österreich bleibt damit vielfach im Trockenen. Nach den aktuellen Wettermodellen könnte sich die ungewöhnlich trockene Wetterlage sogar bis weit in den Oktober hinein fortsetzen. Das berichtet das Portal Tauernwetter.
Besonders angespannt ist die Situation im Norden und Osten des Landes. Seit Jahresbeginn sind österreichweit rund 31 Prozent weniger Niederschlag gefallen als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Von Oberösterreich über das Most- und Weinviertel bis nach Wien und ins Burgenland fehlen regional 40 bis 50 Prozent, teilweise sogar mehr als die Hälfte der üblichen Regenmenge. Auch im Vorarlberger Rheintal ist das Defizit groß.
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Osten bleibt zunächst komplett trocken
Bis mindestens 5. Oktober ist im Osten und Süden kaum Regen in Sicht. Das amerikanische Wettermodell GFS berechnet für große Teile Österreichs überhaupt keinen messbaren Niederschlag. Lediglich im Westen könnten Vorarlberg und Tirol einige Liter abbekommen.
Auch danach zeichnet sich keine rasche Entspannung ab. Für Wien zeigen die Modelle bis Mitte Oktober nur geringe Niederschlagsmengen. Das europäische Modell kommt bis 14. Oktober auf insgesamt rund fünf Liter pro Quadratmeter. In Klagenfurt bleibt es nach den aktuellen Berechnungen ebenfalls bis 5. Oktober trocken. Erst danach nehmen die Niederschlagssignale langsam zu – von einem nachhaltigen Wetterumschwung kann aber noch keine Rede sein.
Hoch blockiert den Atlantik
Ursache ist eine klassische Blockadelage. Das Hochdruckgebiet liegt genau dort, wo die atlantischen Tiefs normalerweise Richtung Mitteleuropa ziehen würden. Erst wenn sich das Hoch nach Osten verlagert oder kalte Höhenluft weiter nach Süden vorstößt, könnte sich die Wetterlage grundlegend ändern.
Dann wäre auch ein Italientief möglich, das feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen führt und in Österreich kräftigen Regen bringen könnte. Die großen Wettermodelle zeigen ein solches Szenario derzeit allerdings noch nicht verlässlich. Eine Umstellung könnte Mitte oder Ende Oktober kommen – möglicherweise auch erst später.
Trockenheit könnte sich weiter verschärfen
Für Österreich bedeutet das: Mit jeder weiteren regenlosen Woche wächst das Niederschlagsdefizit. Besonders für Landwirtschaft, Wälder und die Grundwasserstände im Osten ist die Entwicklung ungünstig.
Gleichzeitig lauert bei einem späteren Wetterumschwung ein anderes Risiko. Mittelmeer und Nordatlantik sind weiterhin außergewöhnlich warm. Wärmere Meere liefern zusätzliche Feuchtigkeit für die Atmosphäre. Kommt es im Herbst schließlich zu einer Umstellung, könnte ein kräftiges Tief deshalb große Regenmengen bringen.
Damit bleibt Österreich vorerst zwischen zwei Extremen: Hält das Blockadehoch an, verschärft sich die Trockenheit weiter. Bricht die Wetterlage dagegen abrupt zusammen, könnte auf die lange Dürrephase innerhalb kurzer Zeit ergiebiger Regen folgen.