Unwetter
Bis zu 400 Liter: ORF-Experte Wadsak warnt vor Regen-Massen
Das extrem aufgeheizte Mittelmeer entlädt seine Energie in gewaltigen Niederschlagsmengen über Südeuropa. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak warnt vor extremen Regengüssen, während Experten für Österreich vorerst Entwarnung geben.
Auch interessant
Bis zu 400 Liter Regen: Wadsak schlägt Alarm
Das Mittelmeer fungiert im heurigen Herbst als gigantischer Wärmespeicher und sorgt für gefährliche Wetterextreme. ORF-Wetterexperte Marcus Wadsak meldete sich via Facebook mit einer dringlichen Warnung an die Öffentlichkeit: Die Befürchtungen der Meteorologen bestätigen sich nun mit voller Wucht. Über dem Atlantik rotiert ein mächtiger Tiefdruckwirbel, dessen Wolkenband aktuell über Frankreich und Spanien liegt.
Besonders drastisch präsentiert sich die Lage im Süden Europas:
- Südfrankreich: Schwere Gewittergüsse entladen dort binnen kürzester Zeit mehr als 160 Liter Regen pro Quadratmeter.
- Kreta: Auf und rund um die beliebte griechische Ferieninsel drohen bis Montag gewaltige Regenmengen von über 400 Litern pro Quadratmeter.
- Wadsaks Fazit: Der Meteorologe stuft diese extremen Wassermassen als "problematisch große Mengen in kurzer Zeit" ein.
Bange Erinnerung an das Katastrophen-Hochwasser
Angesichts der dramatischen Warnungen werden in Österreich sofort Erinnerungen an das verheerende Jahrhunderthochwasser vom September 2024 wach. Viele Bürger stellen sich nun die beunruhigende Frage, ob den Alpen erneut eine verheerende Unwetter-Katastrophe ins Haus steht. Auch Meteorologe Gerhard Hohenwarter berichtet, dass er in jüngster Zeit bei Vorträgen und Seminaren immer wieder auf diese reale Bedrohung angesprochen wurde.
In einem aktuellen Facebook-Video schlüsselt Hohenwarter die physikalischen Hintergründe auf. Entscheidend für extreme Wetterlagen sei das direkte Zusammenspiel zwischen kalten Luftmassen aus dem Norden und dem überhitzten Mittelmeerwasser.
Kaltluft trifft Heißwasser: Hochexplosive Mischung
Wenn im Herbst die ersten polaren Kaltluftvorstöße auf die enormen Wassertemperaturen treffen, entsteht eine buchstäblich hochexplosive Mischung. Das Wasser verdunstet rapide und pumpt gigantische Energiemengen in die Atmosphäre, die sich schließlich in Form von sintflutartigen Starkregenfällen entladen müssen. Tiefdruckgebiete sind im herbstlichen Mittelmeerraum zwar Routine, brandgefährlich wird es für den mitteleuropäischen Raum jedoch erst bei einer ganz spezifischen Zugbahn.
Zieht ein solches Tief – genau wie vor zwei Jahren – von Süden her direkt in den Nordosten, fungiert es als gigantisches Feuchte-Förderband Richtung Ostalpen. Erst wenn diese Zugbahn exakt greift, drohen Österreich flächendeckende Überflutungen.
Stabiles Hoch rettet den heimischen Altweibersommer
Kündigt sich ein derartiges Katastrophenszenario für die kommenden Tage bei uns an? Die Wetterexperten winken beruhigend ab. Derzeit dominiert ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa das Geschehen, gegen das die atlantischen Regenfronten absolut chancenlos bleiben.
- Großteil Österreichs: Das Sonnenhoch setzt sich durch, es bleibt strahlend sonnig und für die Jahreszeit außergewöhnlich warm.
- Regionale Ausnahme: Lediglich in Osttirol und weiten Teilen Kärntens zeigt sich der Himmel gedämpft und trüb.
Damit bleibt Österreich von den apokalyptischen Regenfluten des Südens verschont und darf sich auf ruhiges, beständiges Altweibersommerwetter freuen. Wie lange dieser schützende Hochdruckschild standhält, werden die weiteren Modellberechnungen der Meteorologen zeigen.