Drama um Chutou

Blogger-Hund entführt und in Restaurant zum Essen serviert

© chutou.dog
Chutou hatte 2,5 Millionen Follower – dann wurde er entführt.

Der Fall des chinesischen Border Collies Chutou sorgt weltweit für Entsetzen. Der achtjährige Hund, der gemeinsam mit seinem Besitzer, dem Reiseblogger Guo, auf sozialen Medien mehr als 1,5 Millionen Follower begeisterte, wurde offenbar entführt, verkauft und noch am selben Tag geschlachtet.

Chutou mit seinem Herrchen © chutou.dog

Wie die "South China Morning Post" berichtet, war Guo im Mai auf einer Reise in Georgien unterwegs, während Chutou auf der Farm seiner Eltern in der zentralchinesischen Provinz Henan blieb. Überwachungskameras zeichneten auf, wie zwei Personen auf einem Elektroroller den Hund von einem Feld mitnahmen. Guo brach seine Reise sofort ab und kehrte nach China zurück, um nach seinem langjährigen Begleiter zu suchen.

Chutou war weit mehr als ein Haustier. Der Border Collie hatte seinen Besitzer über Jahre hinweg auf Reisen durch ganz China begleitet. Videos von gemeinsamen Touren durch Wüsten, Gebirge und abgelegene Regionen machten das Duo auf der chinesischen Plattform Douyin, dem chinesischen Pendant zu TikTok, berühmt. Viele Fans schätzten den Hund wegen seiner Intelligenz, seines sanften Wesens und der engen Bindung zu seinem Herrchen.

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Bei seinen Nachforschungen gelang es Guo schließlich, einen mutmaßlichen Dieb ausfindig zu machen. Berichten zufolge bot er sogar rund 1.300 Euro für die Rückgabe seines Hundes an. Der Verdächtige behauptete jedoch, Chutou für einen herrenlosen Streuner gehalten zu haben – obwohl der Hund ein Halsband und einen GPS-Tracker getragen haben soll.

In Lokal serviert

Kurz darauf folgte die schockierende Gewissheit: Chutou war für lediglich 180 Yuan, umgerechnet etwa 23 bis 27 Euro, an einen Händler verkauft worden, der ihn wiederum an ein Restaurant weitergab, das Hundefleisch serviert. Dort wurde der Hund geschlachtet und verarbeitet. Als Guo versuchte, wenigstens Fell oder andere Überreste seines Begleiters zurückzubekommen, erhielt er laut Medienberichten die Antwort, das Fell sei längst entsorgt worden.

Besonders empört viele Beobachter die Reaktion des mutmaßlichen Täters. Dieser soll zu Guo gesagt haben: "Der Hund ist tot, also hör auf, so ein Aufhebens zu machen. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen." Tatsächlich offenbart der Fall erhebliche Lücken im chinesischen Tierschutzrecht. Experten weisen darauf hin, dass es in China bis heute kein umfassendes Gesetz zum Schutz von Haustieren gibt. Tiere gelten rechtlich weitgehend als Eigentum. Zudem existiert landesweit kein Verbot des Verzehrs von Hundefleisch.

chutou © chutou.dog

Guo hat inzwischen Anzeige erstattet und kämpft um eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Nach chinesischem Recht könnte entscheidend sein, welchen Wert Chutou zum Zeitpunkt des Diebstahls hatte. Der Influencer argumentiert, dass sein berühmter Hund aufgrund seiner Reichweite und Bekanntheit deutlich mehr wert gewesen sei als der ursprüngliche Kaufpreis.

Der Fall hat in China und weit darüber hinaus eine Debatte über den Schutz von Haustieren ausgelöst. In sozialen Netzwerken bekundeten Tausende Nutzer ihre Trauer und forderten strengere Gesetze gegen Tierdiebstahl und Tierquälerei. Für Guo jedoch steht vor allem der Verlust eines treuen Weggefährten im Mittelpunkt. Acht Jahre lang waren Mensch und Hund nahezu unzertrennlich – nun bleibt ihm nur noch die Hoffnung, dass Chutous Tod nicht folgenlos bleibt.