Bodenschutz: WWF zeigt Wildwuchs von Betriebsgebieten auf

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Vor jeder Neuwidmung für Betriebsgebiete müssen der Bedarf und mögliche Alternativen streng geprüft werden und Vorrang bei der Entwicklung sollen Leerstände, Gewerbebrachen und bereits verbaute Flächen haben, forderte der WWF erneut.
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Neue Betriebsgebiete stehen aufgrund der Debatte um jenes von Google in Oberösterreich im öffentlichen Fokus. Anhand offizieller Daten der Raumordnungskonferenz (ÖROK) hat der WWF untersucht, inwiefern die neun Bundesländer die Entwicklung neuer Betriebsgebiete im Allgemeinen steuern. "Kaum" lautet die Antwort: Aus Sicht der NGO liegt hier ein "Wildwuchs" vor, dem mit verbindlichen Vorgaben begegnet werden müsse.

Schärfere Regeln

"Die Landesregierungen sollten mit schärferen Regeln gegensteuern und die Nutzung bestehender Standorte zur ersten Wahl machen", sagte WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories am Montag. Denn die Verbauung - in den Jahren 2022 bis 2025 kamen laut WWF österreichweit täglich rund 1,4 Hektar Betriebsflächen hinzu (fast zwei Fußballfelder, Anmerkung) - gehe auf Kosten wertvoller Äcker und Wiesen.

Länder pushen Wachstum

Den größten Betriebsflächenzuwachs in dieser Zeit verzeichnete Niederösterreich mit rund 440 Hektar, gefolgt von Oberösterreich mit rund 370 - beides zwei der fünf Länder ohne große Vorgaben.

Mehrere Bundesländer pushen Wachstum: "So entwickeln Burgenland, Kärnten und Niederösterreich über landeseigene Gesellschaften neue Gewerbeparks auf bisher unverbauten Böden", schrieb die NGO. Ausnahmen beim Bodenschutz wurden in Oberösterreich und Vorarlberg geortet, wo Betriebserweiterungen teilweise in verordneten Grünzonen möglich seien, in der Steiermark in landwirtschaftlichen Vorrangzonen. Salzburg wolle mit gelockerten Vorgaben die Widmung neuer Gewerbeparks und Logistikzentren gar erleichtern und trotz einzelner Förderprogramme würden häufig wirksame Anreize fehlen, bereits verbaute Flächen vorrangig zu nutzen.

Rechenzentren fast ohne eigene Standortregeln

Was die eingangs erwähnten Rechenzentren betrifft, so hob der WWF hervor, dass hier trotz ihres hohen Flächen- und Energiebedarfs kaum eigene verbindliche Standortregeln vorliegen würden. Lediglich Niederösterreich verlangt ab drei Hektar eine eigene Verordnung der Landesregierung, eine flächensparende Bebauung sei aber auch hier nicht gegeben. Auch die jüngst präsentierten "Spielregeln" des Burgenlands seien frei von konkreten Vorgaben zu Bodenschutz und Standortwahl.