Diagnose Krebs

Brustkrebs-Vorsorge: Pink Ribbon macht Mut

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Jährlich erkranken rund 7.000 Frauen in Österreich an Brustkrebs. Früherkennung verbessert die 
Heilungschancen.
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Brustkrebs ist hierzulande die häufigste Erkrankung bei Frauen. Mit dem 1. Oktober rückt wieder das Thema, das Leben retten kann, in den Mittelpunkt: die Früherkennung von Brustkrebs. Anlässlich des Pink Ribbon Monats widmet sich der Health-Talk auf oe24.TV mit Isabelle Daniel den Themen Brustkrebs, Früherkennung und Prävention. Im Fokus stehen moderne Diagnoseverfahren, genetische Risikofaktoren, neue Behandlungsmöglichkeiten sowie die Frage, warum eine rechtzeitige Vorsorge entscheidend für den Therapieerfolg sein kann. Bei einer frühzeitigen Diagnose liegen die Heilungschancen sehr hoch: Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt mindestens 88 Prozent.

CR Isabelle Daniel, oe24.TV (Bild Mitte) im 
Gespräch mit v. l. n. r. Dr. Maria Bernathova, 
Radiologin mit Schwerpunkt Brustgesundheit und Früherkennung, Sabine Keri, selbst Brustkrebspatientin, · Prof. Paul Sevelda, Präsident der Krebshilfe sowie Gynäkologe und Onkologie-Experte, Prof. Christian Singer, Leiter des Brustgesundheitszentrums am Wiener AKH. © oe24.TV

Brustkrebs früh erkennen und Veränderungen ernst nehmen

Nach einem zunächst unauffälligen Vorsorgebefund ertastete Sabine Keri im August 2024 selbst einen Knoten in der Brust. Mammographie, Ultraschall und schließlich eine Biopsie führten zur Diagnose Brustkrebs. Die Betroffene schildert die Zeit danach als emotionalen Ausnahmezustand und betont, wie wichtig eine einfühlsame medizinische Begleitung ist. Im Gespräch wurde zudem die Bedeutung der Mammographie als zentrales Instrument der Früherkennung hervorgehoben. Kehrichs Tumor war ein sogenanntes Intervallkarzinom, das zwischen zwei regulären Vorsorgeuntersuchungen auftritt. Experten raten daher, Veränderungen wie tastbare Knoten oder Hautveränderungen stets ernst zu nehmen und rasch ärztlich abklären zu lassen. Die zweijährliche Mammographie ab dem 40. Lebensjahr bleibt dabei ein wichtiger Baustein der Brustkrebsvorsorge.

Gut begleitet nach der Diagnose: 
Spezialisierte Zentren sind wichtig

Selbstkontrolle. © Getty Images

Nach einer Brustkrebsdiagnose sind spezialisierte Betreuung und verlässliche Ansprechpartner besonders wichtig. In zertifizierten Brustgesundheitszentren begleiten Ärzte, Breastcare-Nurses und Psychoonkologen die Patientinnen durch alle Phasen der Behandlung. Studien zeigen, dass Betroffene im ersten Gespräch nach der Diagnose oft nur rund zehn Prozent der Informationen behalten. Umso wichtiger sind wiederholte Gespräche und persönliche Betreuung – von der weiteren Abklärung und Biopsie bis zur Nachbetreuung.

Brustkrebs ist besser behandelbar – neue Therapien geben Hoffnung

Die Diagnose Brustkrebs ist für Betroffene zunächst ein Schock. Gleichzeitig machen Experten heute deutlich, dass Brustkrebs längst nicht mehr automatisch mit einer schlechten Prognose verbunden ist. "Brustkrebs ist heute in vielen Fällen eine sehr gut behandelbare Erkrankung", betont Prof. Paul Sevelda, Gynäkologe und Onkologie-Experte. Die oft genannte 5-Jahres-Überlebensrate von 88 Prozent bei früh erkanntem Brustkrebs sei sogar eher vorsichtig kalkuliert. Während früher häufig die gesamte Brust entfernt werden musste, kommen heute vielfach schonendere Behandlungsmethoden zum Einsatz. Selbst bei fortgeschrittenen Erkrankungen können viele Patientinnen über Jahre hinweg eine gute Lebensqualität bewahren. Ein Schlüssel dazu ist die Früherkennung. Deshalb appellieren die Experten an Frauen, die Angebote des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms zu nutzen. Obwohl das Programm bereits seit 2014 besteht, nehmen bislang nur rund 55 bis 60 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen daran teil.

Präzisere Bilder

Auch die diagnostischen Möglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Die digitale Mammographie liefert heute deutlich präzisere Bilder als früher und ist für Patientinnen schonender geworden. Als besonderer Fortschritt gilt die Tomosynthese, bei der die Brust schichtweise dargestellt wird. Dadurch lassen sich Gewebeüberlagerungen reduzieren, wodurch je nach Patientengruppe bis zu 80 Prozent mehr Krebserkrankungen erkannt werden können. In Österreich gilt diese Methode mittlerweile als Standard. Ergänzend kommt häufig der Brustultraschall zum Einsatz, insbesondere bei dichtem Brustgewebe oder unklaren Mammographie-Befunden. Moderne Geräte können dabei Tumore mit einer Größe von lediglich fünf Millimetern sichtbar machen.

Brustkrebs vorbeugen: Diese Faktoren können das Risiko beeinflussen

Das Brustkrebsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. Auch familiäre Vorbelastungen spielen eine Rolle: Sind nahe Verwandte wie Mutter oder Schwester an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt, kann dies auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Besonders Frauen mit Veränderungen der Gene BRCA1 oder BRCA2 haben ein deutlich höheres Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Experten unterscheiden zwischen Prävention und Früherkennung. Bei der Prävention können Lebensstiländerungen das Risiko beeinflussen. Genannt werden Normalgewicht, regelmäßige Bewegung und ein geringerer Alkoholkonsum. Regelmäßiger Sport könne das Brustkrebsrisiko laut Talk um bis zu 40 Prozent reduzieren. Jedes zusätzliche Glas Alkohol erhöhe das Krebsrisiko um 6 bis 7 Prozent.