Auf die Frage, ob Selbstkritik zu den Stärken von Andreas Babler zähle, findet die SPÖ-Politikerin deutliche Worte: "Weder Selbstkritik noch Nachdenklichkeit waren im ausreichenden Maß vorhanden." Bures erklärt, warum der ehemalige Parteichef aus ihrer Sicht gescheitert ist. Er habe zwar versucht, die Sozialdemokratie neu aufzustellen, letztlich jedoch das Vertrauen verloren. "Andreas Babler hat es versucht, hatte aber nicht mehr das nötige Vertrauen, um die Sozialdemokratie als soziale Kraft der Mitte zu positionieren", betont Bures.
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Versprechen an Grenzen gestoßen
Kritik übt Bures auch an den politischen Ankündigungen des früheren SPÖ-Chefs. Er habe erkennen müssen, dass viele seiner Vorhaben in der Praxis an Grenzen stießen. "Vertrauen verliert man dann, wenn man etwas verspricht, das man nicht halten kann", so Bures. Den bisherigen Kurs der Partei bewertet sie ebenfalls kritisch. Die von ihr genannte "Verelendungsrhetorik" sei der falsche Weg gewesen, da Österreich ein Land mit hohem Wohlstand und hohen sozialen Standards sei. Eine solche Rhetorik baue kein Vertrauen auf. Auch beim Thema Vermögensbesteuerung vertritt Bures eine andere Haltung: Zwar sei eine gerechte Verteilung ein Grundprinzip der Sozialdemokratie, "aber wenn ich etwas verteilen möchte, muss ich es erst erwirtschaften."
Drohende Existenzkrise durch Neuaufstellung verhindert
Dass die Partei eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung beschlossen hat, begrüßt Bures ausdrücklich. Ohne diesen Schritt hätte der SPÖ ihrer Einschätzung nach eine "bedrohliche Existenzkrise" gedroht. Sie betont, dass ihre Kritik nicht neu sei. Bereits nach dem Absturz auf Platz drei bei der Nationalratswahl 2024 habe sie eine schonungslose Analyse gefordert. Für die SPÖ-Politikerin ist dieses Thema nun beendet: "Jetzt ist ein Schlussstrich gezogen."