Es war ein politisches Erdbeben in der deutschen Hauptstadt! Am Samstagnachmittag erklärte der Fraktionsvorsitzende von CDU und CSU im deutschen Bundestag, Jens Spahn (46), seinen Rücktritt.
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Was war passiert? Spahn und sein Ehemann hatten per Leihmutterschaft in den USA ein Kind bekommen. In der eigenen Partei hielt Spahn die Leihmutterschaft - die in Deutschland gesetzlich verboten ist - bis es nicht mehr anders ging unter Verschluss.
Selbst Kanzler Friedrich Merz (70) erfuhr erst wenige Tage vorher davon - der überwiegende Rest aus CDU und CSU überhaupt nur aus den Medien.
Zerreisprobe für die Union
Spahn mauerte und seine Strategie ging nicht auf. Er wollte das Leihmutter-Kind zur reinen Privatsache erklären. Eine Causa, die der Union aber an die Grundfeste ging.
- Noch als Gesundheitsminister hatte sich Spahn selbst gegen die Möglichkeit der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen.
- Auch die CDU selbst unterstrich erst im Februar dieses Jahres, dass man am Verbot festhalten wolle: Im Februar, da war Spahns Leihmutter in den USA bereits hochschwanger.
Im Mai ließ der Strippenzieher der CDU sich dann erneut zum mächtigen Fraktionschef im Bundestag wählen - von seinen Kind-Plänen keine Rede.
Stolperstein seiner politischen Karriere
Spahn unterschätzte den Aufruhr in den eigenen Reihen. Dass er mit seinem Handeln einen Grundwert der Partei in Frage stellte, wollte er nicht als möglichen Stolperstein seiner politischen Karriere wahrhaben.
Auf eigene Macht aus
Für Merz ist der Abgang von Spahn Risiko und Chance zugleich. Merz verliert mit Spahn den Organisator der Regierungsmehrheit in den eigenen Reihen.
Aber: Spahn war auch stets ein Widersacher des Kanzlers; einer, der auf eigene Macht aus war und deshalb nie das uneingeschränkte Vertrauen von Merz genoss.
Die Nachfolge
An einer Schlüsselposition im Machtgefüge der Union ist jetzt ein Platz frei, den Merz für eine neue Dynamik nutzen kann.
Favorit auf die Spahn-Nachfolge ist Thorsten Frei (52), der Merz-loyale Polit-Manager, der aktuell noch das Kanzleramt führt.
Im Gespräch ist weiter Günter Krings (56), der Vize von Spahn in der Fraktion.