"Leise war gestern. Jetzt bin ich wieder laut!" Eine Frau ein Wort! Mit zweiwöchige Verspätung - das geplante Heimspiel In Linz wurde ja vom Winde verweht - gibt Christina Stürmer jetzt wieder Vollgas. Am Freitag ging auf der malerischen Festung in Kufstein die Premiere der Mini-Tournee "Es wird wieder laut" über die Bühne. 4.000 Fans feierten, gut aufgewärmt von den coolen Salzburger Indie-Rockern Please Madame, den lautstarken Neustart nach der ruhigen Unplugged-Ära. Auch oe24 rockte mit.
Vom Opener "Immer an euch geglaubt", zu dem sie sogar 15 Minuten früher als geplant auf die Bühne stürmte - "Wir freuen uns so, dass wir endlich wieder spielen können!" - bis zum traditionellen Finale "Engel fliegen einsam" unterstrich Stürmer in Tirol knapp zwei Stunden lang ihren Status als Königin des Austropop. Mit einer Show voll Hits, Power („Bei MTV Unplugged muss man zu 80% sitzen. Das is eine Katastrophe. Heute darf ich zu 100 % toben!“) und Raritäten. So holte Stürmer zwischen ewigen Mitsing-Krachern wie "Ich höre auf mein Herz", "Ich lebe" oder "Seite an Seite" auch die lange nicht gespielten Fan-Favoriten "E.T." und "Geh raus aus meinem Kopf" ins Live-Programm zurück. „Mir machen die alten Songs gerade irren Spaß, weil sie einfach wieder frisch sind."
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Dazu gab’s witzige Lebensweisheiten („Springen und singen ist besser als Schnaps trinken. Da wird einem genauso warm aber man hat einen klaren Kopf!“) und scharfe Worte gegen das Mobbing: "Es ist scheiße, wenn Menschen ausgestoßen werden, nur weil sie nicht mit der Masse mitschwimmen. Lasst uns bitte mit viel mehr Achtung und Respekt miteinander umgehen."
Beim Kuschelsong "Warum" wurde sie zur Hochzeitssängerin für das Brautpaar Laura und Fabio, das von Fans auf den Schultern Richtung Bühne getragen wurde: "Ich will einen Kuss sehen!" Zu "Bus durch London" zog Stürmer sogar eine Runde durch die Menge und für "Nie genug" holte sie Dominik Wendl von Please Madame zum Duett-Partner auf die Bühne.
Erinnerte die First Lady des Austropop bei "Du fehlst hier" an die kurz vor Starmania verstorbene Oma („Ich könnte mich noch immer in den Popo beißen, dass ich damals viel zu wenig Zeit für sie hatte.“), so ging bei "Mama (Ana Ahabak)" ein Handy-Lichtermeer der Fans an und für "Lebe lauter" bei Stürmer sogar ein bisschen die Wut durch. "Manche Kommentare auf Instagram sind wirklich unter aller Sau!"
Noch mehr Applaus gab’s nur für das große Schlussfurioso rund um "Scherbenmeer", "Vorbei" oder "Millionen Licher", dem sie als Grande Finale noch "Ein halbes Leben" und natürlich "Engel fliegen einsam" draufsetzte. Ein starker Neustart. So ergreifend ihr Akustik-Ära auch war, so sehr ist ihr die Rolle der Rockröhre auf den Leib geschrieben.
Die Zugabe steigt am 18. September im Wiener Gasometer. Das zuletzt vom Winde verwehte Linz-Konzert wird am 11. Juni beim FrischLuft Open Air am Posthof nachgeholt. Mit einem besonderen Zuckerl: „Mein Ziel ist es bis dahin schon etwas neues zu haben.