Hacker-Attacke

Cyberangriff auf Stadt Wien: 26.000 interne Dokumente erbeutet

© APA/GEORG HOCHMUTH
Die Stadt Wien ist Opfer einer Cyberattacke geworden.
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Unbekannte haben sich Zugriff auf die EDV der Stadt verschafft und dabei rund 26.000 interne Dokumente kopiert, berichtete der Wiener Chief Information Officer (CIO) Klemens Himpele der APA. Betroffen waren auch Daten von 6.000 Personen. Hinweise, dass diese veröffentlicht wurden, gibt es bisher nicht. Die Sicherheitslücke wurde laut Stadt inzwischen geschlossen.

Die erste Information über den Vorfall hat das Rathaus laut Himpele über das österreichische Computer Emergency Response Team (CERT) am 9. September erhalten. Auf einem Onlineforum soll zuvor der Zugang zu einer Schwachstelle im städtischen System zum Kauf angeboten worden sein. In weiterer Folge konnte die Lücke in Zusammenarbeit mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) identifiziert und geschlossen werden.

Zugriff auf interne Plattform

Eine Analyse des Geschehens hat in weiterer Folge ergeben, dass sich der oder die Täter Einblick in eine interne Dokumentationsplattform verschafft haben. Vermutet wird, dass eine spezielle Scan-KI zum Einsatz kam, die derartige Lücken für einen sogenannten Data Breach, also um vertrauliche Inhalte zu entwenden, ausfindig macht. Ein Phishing-Angriff wird derzeit ausgeschlossen.

Auf den städtischen Internetseiten waren Informationen zu Schulungen oder auch Projektdokumentationen gespeichert. Diese wurden kopiert. Einen direkten Zugriff auf die städtische IT gab es laut Himpele nicht. Zu keinem Zeitpunkt habe jemand die Kontrolle über Systeme oder Benutzerkonten erlangt, beteuerte er. Insgesamt wurden 26.000 Dokumente mit einem Volumen von neun Gigabyte vervielfältigt.

Darin enthalten waren Daten von fast 6.000 Personen. Betroffen waren etwa 2.000 Magistratsbeschäftigte, rund 2.900 Bürgerinnen und Bürger bzw. mehr als 800 Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer der Stadt. Großteils wurden Namen oder E-Mail-Adressen ausfindig gemacht, in einigen Fällen dürften auch sensiblere Daten wie Krankenstandstage oder IBAN-Nummern dupliziert worden sein.

Keine Hinweise auf Veröffentlichung

Die entwendeten Informationen wurden laut derzeitigen Wissensstand nicht veröffentlicht. Auch sei die Stadt nicht erpresst worden, berichtete der städtische IT-Stratege. Der Angriff wurde unter anderem bei der Datenschutzbehörde gemeldet. Die betroffenen Personen werden nun verständigt. "Wir können uns nur entschuldigen", sagte Himpele.

Er beteuerte, dass Datensicherheit für die Stadt einen hohen Stellenwert habe. Um diese zu gewährleisten, gebe es eine Vielzahl von Vorkehrungen. Das bedeute aber auch, dass im Falle eines Datenlecks umgehend alle Maßnahmen ergriffen würden, betonte der Stadt-CIO.