OÖ. Zwei deutsche Alpinisten im Alter von 32 und 39 Jahren stürzten bei einer Tour am Hohen Dachstein (Bezirk Gmunden) am Samstagnachmittag rund 15 Meter tief in eine Gletscherspalte: Die beiden gut ausgerüsteten Bergsteiger waren gerade beim Abstieg, als sie ein Eisfeld passieren mussten. Auf einem 40 Grad steilen Stück des Hallstätter Gletschers rutschte einer der Männer jedoch aus - das Duo fiel zusammen in die Tiefe.
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Laut Polizei hatten die beiden Freunde für den Abstieg die Variante über den sogenannten Randkluftsteig gewählt. Im Abstand von etwa zehn Metern überquerten sie das Teilstück als Seilschaft nur wenig weit entfernt vom steil abfallenden Gletscher. Durch das Abgleiten des ersten Bergsteigers wurde auch der andere am Seil verbundene Kletterer mitgerissen. Trotz der schweren Verletzungen konnte einer der beiden gegen 18.00 Uhr noch einen Notruf absetzen.
"Rettung war Teamarbeit auf höchstem Niveau"
Bergretter aus der Steiermark und Alpinpolizisten aus Oberösterreich begaben sich mit der Dachstein Südwandbahn zum Unfallort. Zeitgleich flog auch ein Polizeihubschrauber zum Unfallort. Wegen des starken Windes, des Nebels und der bereits einsetzenden Dunkelheit war an eine Rettung durch den Notarzthubschrauber nicht zu denken. Bergretter seilten sich in den 15 Meter tiefen Abgrund ab und begannen mit der Erstversorgung. Zeitgleich wurde ein aufwendiger Abtransport durch die Einsatzkräfte vorbereitet. Erst gegen 3.00 Uhr Sonntagfrüh wurde der letzte der beiden Schwerverletzten an einem geeigneten Zwischenlandeplatz an einen nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber übergeben.
Die Einsatzleitung berichtet stolz: "Das war Teamarbeit auf höchstem Niveau. Bergretter und Alpinpolizisten arbeiteten Hand in Hand, jeder Handgriff musste sitzen, jede Entscheidung musste passen. Mit enormem Einsatz und Durchhaltevermögen gelang es schließlich, beide Verletzten sicher aus dem schwierigen Gelände zu bringen."